Vom Wackelkandidat zum Führungsspieler

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Julian Börner –
Vom Wackelkandidat zum Führungsspieler

Anno 2017 ist Julian Börner wohl einer der wichtigsten Spieler beim DSC. So wichtig, dass in Bielefeld eine allseitige Freude zu entnehmen ist, als Julian Börner am Anfang dieses Monats ein Millionen-Angebot aus der englischen zweiten Liga ablehnt und der Arminia auch weiterhin treu bleibt.

Doch wenn wir zurückblicken, stellen wir fest, dass Börner nicht immer so ein Standing genießen durfte.
2014 unterschrieb der damals 23-jährige beim Sportclub der Ostwestfalen einen einjährigen Vertrag, der sich durch den Wiederaufstieg um ein weiteres Jahr verlängern sollte. Danach sah es nach vier Spieltagen allerdings keineswegs aus. So konnte man zum Saisonstart einen glücklichen 2:1 Sieg gegen Mainz II feiern, wurde aber umgehend mit einem 1:5 gegen Halle aus dem eigenen Stadion geschossen. Und Börner war daran maßgeblich beteiligt. Mit einem Eigentor unterstrich er das ohnehin schon schwache Defensivverhalten der Abwehrreihe und wirkte dadurch unsicher in der noch uneingespielten Mannschaft.
Mit der Zeit aber kam dann die Stabilität und Ordnung in der Abwehr, sodass ab dem 22.11.14 fünf Spiele in Folge ohne Gegentor bestritten wurden, woran die Nummer 13 nicht unbeteiligt war.

Nach und nach bestätigte sich Börner immer mehr und war spätestens zur folgenden Spielzeit ein Stammspieler in der Innenverteidigung. Die Saison 15/16, die von einigen DSC-Anhängern als langweilig abgestempelt wurde, war gerade für Börner und seine Nebenmänner im Defensivverbund eine ausgesprochen erfolgreiche. Während er mit den Kollegen ein regelrechtes Bollwerk zustande brachte, – nur drei Teams kassierten in der Saison weniger Gegentreffer – bestätigte der Abwehrhüne seine bemerkenswerten Offensivqualitäten und erzielte sein sechstes und siebtes Tor für die Blauen.
Lässt man nun von den spielerischen Fähigkeiten ab, erkennt man, dass er durch sein engagiertes Auftreten und als mentale Stütze definitiv der richtige Ersatzkapitän ist und sollte uns Fabian Klos irgendwann verlassen wollen, auch wahrscheinlich der geeignetste Nachfolger wäre.
Zwischendurch mag sich ab und zu noch ein Patzer einschleichen, ansonsten kann man sich aber regelmäßig auf den 1,88 m großen Defensivallrounder verlassen, wenn es mal wieder brenzlich wird vor dem Tor der Arminia.

In der jüngst vergangenen Saison wirkte es zwar wieder etwas unsortierter, jedoch konnte Börner auch hier durch sehenswerte Rettungstaten glänzen und avancierte nebenbei zum Torjäger. Mit zwei Torvorbereitungen und unglaublichen fünf eigenen Treffern durfte er sich am Ende der ereignisreichen Saison mit dem Titel als torgefährlichster Innenverteidiger der Liga auszeichnen.

Und ganz nebenbei entwickelte sich der Abwehrchef zum absoluten Sympathieträger bei den Ostwestfalen. Sieht man ihn auf oder neben dem Platz, dann zeichnet meist ein Lächeln sein Gesicht. Eines, dass möglicherweise zeigt, wie glücklich er momentan in Bielefeld ist.

Hauptgrund für seinen Verbleib mag die Tatsache sein, dass er sich als frisch gebackener Vater mit Frau und Kind in der Region wohlfühlt, aber es ist sehr deutlich, dass sein Standing im Verein und seine dortige Rolle, sehr starke Nebenfaktoren für seinen Verbleib darstellen.
Diese Haltung wird natürlich auch einem jeden Fan bewusst und so ist man in der Anhängerschaft der Arminia dem 26-jährigen wohlgesonnen, dass er auch weiterhin dem Verein treu bleiben möchte und hofft, dass diese Treue noch lange anhält.

 

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