Transferanalyse Part 4 (2014/2015)

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Samir Arabi – Heilsbringer oder Hindernis

Saison 2014/2015

Abgänge:

Die Saison 2014/2015 begann in einer neuen Liga, das Abstiegsdebakel gegen Darmstadt steckte noch tief in den Knochen und Samir Arabi hatte die undankbare Aufgabe einen Kader auf die Beine zu stellen, der den direkten Wiederaufstieg erreichen sollte. Wie nach einem Abstieg üblich, bricht der Kader zunächst einmal auseinander und viele Baustellen werden eröffnet.
Mit Marcel Appiah, Patrick Schönfeld, Thomas Hübener, Philipp Riese, Stefan Ortega Moreno und Arne Feick gingen sage und schreibe 6 potenzielle Stammspieler in der Sommerpause.
Dazu kommen ebenso schmerzhafte Abgänge wie Tim Jerat und Johannes Rahn.
Ohne nun bei jedem Abgang ins Detail zu gehen, wird einem schnell klar, dass eine solche Fluktuation an Abgängen bei einem Abstieg einfach dazu gehört und ein Samir Arabi hier die Chance erkannt hat, den Kader zusammen mit Norbert Meier neu zu gestalten, für Patrick Schönfeld nahm man dabei immerhin noch eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich ein.
Ein viel kritisierter Abgang war damals der von Pascal Schmidt, viele Fans sahen in ihm viel Talent und hätten ihn gerne behalten, verfolgt man nun allerdings seine Vita, scheinen Samir Arabi und Norbert Meier hier alles richtig gemacht zu haben.
In meinen Augen schmerzt dort ein Abgang von Patrick Mainka mehr, den man eventuell mit der Aussicht auf Einsatzzeiten in Liga 3 hätte zum Bleiben bewegen können.
Positiv hervorzuheben bleibt hier noch, dass Samir Arabi es geschafft hat mit Tom Schütz und Fabian Klos wichtige Stützen des Teams in Bielefeld zu halten.

Zugänge:

Christoph Hemlein:
Für eine Ablöse im höheren 5-stelligen Bereich wurde der quirlige Flügelflitzer zur Saison 2014/15 aus den Niederlanden verpflichtet und ist voll eingeschlagen.
Auch Anno 2017 gehört Hemlein zu den Leistungsträgern und war sicherlich einer der Glücksgriffe von Samir Arabi, Hemlein gilt nicht immer als DER Techniker, aber glänzt durch einen starken Willen und vollkommene Identifikation zum Verein.
Einen solchen Spieler in die 3.Liga zu lotsen, beweist Verhandlungsgeschick und ein gutes Auge.

Fazit: Verstärkung

Florian Dick:
Was soll man zu Florian Dick sagen, innerhalb kürzester Zeit avanciert der sympathische Rechtsverteidiger zu einer Säule in der Mannschaft.
Der Verteidiger, welcher aus der 2. Liga zu uns wechselte, galt als stärkster Vorlagengeber der Saison 2014/15 und spielte sich schnell in die Herzen der Fans.
„Magic Dick“, wie er von den Fans aufgrund seines Faibles zur Magie genannt wird, gehört auch zu DEN Top Transfers unter Samir Arabi, auch hier gilt hervorzuheben, dass man einen solchen Spieler die 3.Liga erstmal schmackhaft machen muss.

Fazit: Verstärkung

Peer Kluge:
Peer Kluge zu Arminia Bielefeld und dann auch noch in die 3.Liga? WOW!
Das dachten sich wahrscheinlich viele Bielefelder zum Anfang der Transferphase.
Ein Absoluter Top Transfer, wenn man nach dem Namen geht.
Spielerisch sollte sich diese Euphorie allerdings ziemlich schnell in Luft auflösen, Peer Kluge war öfter im Lazarett zu finden als auf dem Grün.
In Spielen wie gegen die Hertha aus Berlin zeigte Peer Kluge, warum man ihn verpflichtet hat und dass er fußballerisch eine ganz große Nummer ist, allerdings können solche Spiele nicht über den Rest hinwegtäuschen.
Der Transfer von Peer Kluge war ein Risiko, da er bereits zuvor wenig Spielpraxis sammelte und immer wieder mit der ein oder anderen Blessur zu kämpfen hatte.
Trotzdem stattete Samir Arabi den Herrn Kluge mit einem 2 Jahres Vertrag aus, 2 Jahre, in denen er ganze 11 Spiele für die Profis bestritt.
Auch wenn Peer Kluge sicherlich auch ein Zeichen für andere Spieler war, dass ein Wechsel zur Arminia Sinn macht, weil etwas auf die Beine gestellt wird, darf nicht vergessen werden, dass ein 2 Jahres Vertrag, ein zu großes Risiko dargestellt hat, vor allem da Kluge mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Topverdienern gezählt haben dürfte.

Fazit: Fehlgriff

Alexander Schwolow:
Der Pokalheld Nummer 1! Die Leihe von Alex Schwolow erwies sich als absoluter Top Transfer. Schnell war Stefan Ortega in Bielefeld vergessen und ein neuer Top Rückhalt war geboren.
Alleine schon durch die Elfmeterschießen gegen Hertha BSC Berlin oder Borussia Mönchengladbach hat sich Alex Schwolow in Bielefeld selbständig ein Denkmal gebaut.
Dieser Transfer beweist ein gutes Auge für Talente und den Mut solche auch zu integrieren.
Einziger Wermutstropfen war am Ende, die Option von Freiburg die Leihe nach einer Saison vorzeitig zu beenden, diese kann man Samir Arabi allerdings nicht ankreiden, da so welche Vorgänge im modernen Leih-Geschäft gang und gäbe sind.
Wenn man die Entwicklung von Schwolow verfolgt hat, sieht man, dass er mittlerweile zu einem guten 1.Liga Torwart gereift ist, Respekt an Samir Arabi und Norbert Meier, dass sie dieses Potenzial bereits 2014 erkannt haben.

Fazit: Verstärkung

Sebastian Schuppan:
Aller Unkenrufe aus Dresden zum Trotz schaffte es auch Sebastian Schuppan direkt zum Stammspieler und Leistungsträger aufzusteigen.
Schnell bildete er mit Florian Dick ein gutes Duo auf den Außenpositionen der Viererkette.
Sebastian Schuppan kam außerdem als Stammspieler eines direkten Konkurrenten nach Ostwestfalen, auch hier muss man Samir Arabi wieder ein gutes Näschen attestieren, ohne welche ein solcher Transfer in der Form nicht möglich gewesen wäre.

Fazit: Verstärkung

Julian Börner:
Ein absoluter Königstransfer, wer hatte Julian Börner 2014 auf dem Zettel?
Ich würde behaupten, der Kreis ist relativ exklusiv.
Offenbarte der Innenverteidiger am Anfang noch die ein oder andere Schwäche, so hat er sich im Laufe der Zeit zum absoluten Leistungsträger entwickelt.
Der Ersatz-Kapitän von Fabian Klos gilt als tief stehender Spielmacher und ist einer der torgefährlichsten Abwehrspieler der Arminia Historie.
Der aus Weimar stammende Abwehr Hüne erzielte bereits 12 Tore in 94 Spielen für Arminia und das bekanntlich als Innenverteidiger agierend.
Auch wenn Julian Börner immer mal wieder zu leichtfertig auftritt, kann man ihn durchaus als einen der Toptransfers von Samir Arabi bezeichnen und nur hoffen, dass er noch viele Jahre das blaue Jersey überstreift.

Fazit: Verstärkung

Daniel Brinkmann:
Mit Julian Börner im Doppelpack kam Daniel Brinkmann aus Cottbus.
Bei Daniel Brinkmann scheiden sich die Geister, so bestritt er in 2 ½ Jahren für Arminia 35 Spiele und hatte mit Norbert Meier einen Fan auf seiner Seite.
Bei den Fans genoss der hoch gewachsene Detmolder nicht immer das beste Standing.
Zu unkonstant agierend und zu oft verletzt waren die häufigsten Kritikpunkte.
Zählte Brinkmann am Anfang seiner Zeit aber immerhin noch zum Stammpersonal, so entwickelte sich das letzte Jahr der gemeinsamen Zusammenarbeit immer mehr zum großen Missverständnis.
Deshalb ist Daniel Brinkmann auch schwierig einzuordnen, zieht man allerdings den Vergleich zu anderen Transfers dieser Periode, kann man hier nur zu einem Fazit kommen.

Fazit: Fehlgriff

Dennis Mast:
Der aus dem Osten Deutschlands stammende Dennis Mast ist ebenso schwer zu bewerten wie Daniel Brinkmann, so schaffte er es immerhin auf 52 Einsätze für unsere Arminia, verzeichnete in diesen allerdings auch nur 10 Scorer-Punkte.
Der aktuell an Chemnitz ausgeliehene Linksaußen startete Furios und zeigte direkt, welches Talent in ihm steckt.
Allerdings spielte auch hier immer wieder eine gewisse Unkonstanz eine Rolle und so zeigte sich, dass es für die 2 Liga noch nicht reichen sollte.
In der kommenden Saison wird Dennis Mast dann in Würzburg sein Glück versuchen, da man für ihn noch eine kolportierte Ablösesumme von 100.000€ bekommt, ein rückblickend passabler Transfer, allerdings wurde auch hier wieder einmal ein Talent nicht genug gefördert.

Fazit: Mitläufer

David Ulm:
Nach Saisonstart lotste Samir Arabi noch einen sympathischen Franzosen zu uns, welcher zu diesem Zeitpunkt vereinslos war.
Charakteristisch für seine bisherige Zeit bei Arminia muss man einfach nur „Ulm, Ulm, Ulm“ rufen und jeder weiß was gemeint ist.
Schlug er in seiner ersten Saison vollkommen ein und ließ durch den Konkurrenzkampf auch einen Christian Müller Bestleistungen abrufen, so muss man auch einsehen, dass der Schritt in die 2. Liga für den absoluten Publikumsliebling wohl doch zu groß ist.
Spielte er in der Saison 2015/16 zwar oft aber zu unkonstant, wenn auch mit durchaus passablen Statistiken, schaffte er es 2016/17 nur noch selten in die erste Elf.
Besonders hervorzuheben bleibt aber seine lupenreine Elfmeterstatistik, die er vorzuweisen hat. 11-mal trat er vom Punkt an – davon dreimal bei einem Elfmeterschießen – und behielt dabei stets die Nerven.
Aufgrund seines Standings bei den Fans und innerhalb des Teams und des Transfers eines ablösefreien Spielers kann man hier allerdings durchaus von einem guten Griff reden.

Fazit: Verstärkung

Wintertransfers:

Mit Koen Van der Biezen, Manuel Junglas und Michael Gurski wurde Arminia im Winter noch 3-Mal auf dem Transfermarkt tätig.
Während man bei Michael Gurski, welcher nur aufgrund der kurzfristigen Verletzung von Alexander Schwolow verpflichtet wurde, von einer Bewertung absehen kann (bestritt kein Spiel), muss man bei Koen Van der Biezen den Finger in die Wunde legen.
Der Transfer des Holländers hat sich zu keinem Zeitpunkt gelohnt und entwickelte sich zu einem klaren Fehlgriff.
Als Stürmer, welcher Klos einheizen sollte, aus Karlsruhe gekommen schaffte er in 22 Spielen (574 Spielminuten) nur 2 Tore.
Hier muss man eventuell auch die Kommunikation von Norbert Meier und Samir Arabi hinterfragen, da 574 Spielminuten nicht viel Spielraum bieten, um sich wirklich zu beweisen.
Bei Manuel Junglas muss man hingegen wieder von einer guten Verstärkung sprechen, gerade in seinen ersten 1 ½ Jahren als Armine wusste er stets zu überzeugen und trat gerade im Pokal immer wieder stark auf.
So bringt es der gebürtige Kölner auch auf 69 Spiele in 2 ½ Jahren, die Saison 2016/17 lief für den auf der Sechs agierenden Mittelfeldspieler dann nicht mehr ganz so stark, nichtsdestotrotz, hat er seinen damaligen Zweck erfüllt und die Mannschaft punktuell verstärkt.
So hatte man in der Winterpause sowohl Licht als auch Schatten bei den Transfers.

Gesamtfazit:

Die Transferphase 2014/15 kann man durchaus als eine der besten von Samir Arabi bezeichnen.
Mit der großen Aufgabe, mehr als die Hälfte des Stammpersonals zu ersetzen, ging es in die Drittligasaison.
Verbunden mit den finanziell engen Korsett unserer Arminia, kann man dieses schon als ein kniffliges Unterfangen bezeichnen.
Mit ganzen 7 Topverpflichtungen schaffte es Samir Arabi eine gute Mannschaft zu stellen, mit welcher Norbert Meier einen souveränen Aufstieg und eine grandiose Pokalsaison archivieren konnte.
Mit Dennis Mast hat man dazu ein gutes Talent an Land gezogen, welches durchaus gezeigt hat, warum Samir Arabi einen Transfer zum damaligen Zeitpunkt forciert hat und aktuell Fragen offen lässt, wieso man dieses Talent hat ziehen lassen.
Auf der anderen Seite stehen 3 Fehlgriffe, welche dazu auch alle langfristiger Natur waren.
Alles in Allem allerdings eine durchaus gute Saison unseres Geschäftsführer Sport, welche die Note Gut verdient hat.

Bildrechte: @Tag24

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