Transferanalyse Part 3 (2013/2014)

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Samir Arabi – Heilsbringer oder Hindernis

Saison 2013/2014

Abgänge:

„Nie mehr dritte Liga“ schallte es am Ende vergangener Spielzeit von den Fans vom Rathausplatz zum Balkon hinauf, denn nach zwei Jahren Abstinenz, konnte die Freude und Euphorie über den Wiederaufstieg nicht größer sein. Mit Trainer Stefan Krämer wurde der nötige Kampfgeist wiedergefunden und die Spieler wuchsen zu einer geschlossenen Mannschaft.
Doch wie nach jedem Aufstieg verfliegt nach einer gewissen Zeit die Partystimmung und wie die Spieler muss sich auch ein Samir Arabi wieder seinem Tagesgeschäft widmen.
Als Aufsteiger war das Saisonziel gesetzt, der Klassenerhalt hatte oberste Priorität und der Geschäftsführer die Aufgabe, den Kader gezielt zu verstärken und für die kommende Zweitligasaison zu wappnen.
Die Abgänge spielten dabei nicht wirklich eine große Rolle. Spieler wie Glasner, Kullmann oder Yesilyurt, die ohnehin nicht überzeugen konnten, waren keine schmerzhaften Verluste.
Dennis Riemer hatte zu sehr mit Verletzungen zu kämpfen und war deshalb auch keine Stütze, die weiter in Betracht gezogen werden konnte.
Die Leihgeschäfte waren auch größtenteils nachvollziehbar, da diejenigen Spieler mehr Spielpraxis bekommen sollten. Gleich sechs Spieler liefen infolge dessen für einen anderen Verein auf, da auch sie der Arminia wohl nicht ausschlaggebend hätten helfen können.
Lediglich Testroet, der mit seiner Torvorlage entscheidend zum Aufstieg mitwirkte, hätte noch gut in den Kader gepasst aber der Stürmer wollte verständlicherweise mehr Einsätze bekommen.

Zugänge

Arne Feick:
„Wenn Arminia, dann nur in der 2. Liga.“ So hätte das Motto des 29-jährigen aussehen können, denn er spielte bereits von 2009 bis 2011 für Arminia und verließ den Verein für die Jahre in der Drittklassigkeit. 80 Spiele machte Feick bereits für den DSC, 27 davon alleine in der Saison 2013/14.
Mit 2 Torvorlagen in der letzteren Saison war er nicht gerade ein besonders torgefährlicher oder offensivstarker Defensivspieler aber er machte seine Arbeit stets solide und war auch meistens auf seiner Position gesetzt. Trotzdem wurde er erst ab dem 7. Spieltag eingesetzt; ein Zeitpunkt, zu dem es für die Arminia noch spitzenmäßig lief und ab dem es nach wenigen Wochen bergab ging.
Arne Feick wird man wohl oft als Stammkraft der Saison 13/14 in Erinnerung behalten, aber schaut man genau hin, dann holte die Mannschaft mit dem Linksverteidiger im Durchschnitt nur 1,125 Punkte pro Spiel, während es ohne ihn eine Ausbeute von 2 Punkten pro Spiel gab.
Nichtsdestotrotz war Feick als Routinier in Bielefeld ein Spieler der Sicherheit für andere ausgestrahlt hat.

Fazit: Mitläufer

Oliver Petersch:
48 Minuten Einsatz bekam Petersch im Trikot des DSC, nicht gerade viel Zeit um sein Können zu zeigen. Doch mehr gab es für den Bitburger nicht, denn nach drei weiteren Spielen, die der schnelle Mittelfeldmann auf der Bank Platz nehmen durfte, war die komplette Saison für ihn aufgrund von Rückenproblemen beendet.
Möglicherweise wäre es kein schlechter Transfer geworden, hätte sich Petersch mehr mit dem Fußballspielen, statt der Genesung beschäftigen können.
Da er sich aber schon in der Vergangenheit mit Langzeitverletzungen herumplagen musste, hätte man durchaus von solch einer Entwicklung ausgehen können.

Fazit: Fehlgriff

Jerome Propheter:
Auf lange Zeit gesehen war Propheter wohl einer, der auch in der ersten Mannschaft spielen sollte. Doch wirklich herausstechen tat er dann nicht.
Nicht ein einziges Mal durfte er in der 2. Bundesliga für Arminia antreten, nicht mal im Kader war er wiederzufinden.
Für die zweite Mannschaft war er zumindest in der ersten Saison gut genug und spielte 10 Partien durch ohne Niederlage.
Es ist aber nicht davon auszugehen, dass man – besonders nach dem Aufstieg – Spieler für die zweite Garde verpflichten möchte und so wurde der Defensivmann in der Winterpause zu Rot-Weiss Essenausgeliehen.

Fazit: Fehlgriff

Jan Fießer:
Auch Jan Fießer hatte es nicht leicht in seiner Zeit beim schwarz-weiß-blauen Traditionsverein, denn auch er litt unter anderem unter Rückenproblemen. Zusammen mit einer Innenbanddehnung verbrachte auch er mehr Zeit mit seinen Blessuren, als mit dem runden Leder.
Sehr gerne wird er, aber auch Arabi sich nicht an seine Station bei Arminia erinnern, da das einzige Erfolgserlebnis, zu dem er etwas beitragen konnte, ein 1:0 Sieg gegen Aue war und er ansonsten nichts Bedeutendes vorweisen konnte.
Auch hier ging ein Transfer aufgrund eines Langzeitausfalls in die Hose.

Fazit: Fehlgriff

Pascal Schmidt:
Auch Pascal Schmidt ist als noch sehr junger Spieler zum Kader gestoßen, durfte sich aber von der ersten Mannschaft direkt verabschieden, ohne überhaupt angekommen zu sein.
Wie Propheter bekam er keine Chance oben mitzuspielen und war ausschließlich in der Oberliga im Einsatz.
Auch er brachte dort gute Leistungen, die trotz alledem nicht reichten, weshalb ein weiterer Akteur, der langfristig für die erste Mannschaft eingeplant wurde, scheinbar unter den Erwartungen blieb oder kein nötiges Vertrauen geschenkt bekam.
Unter diesen Voraussetzungen war der Transfer von Schmidt aber keine Hilfeleistung.

Fazit: Fehlgriff

Jarno Peters:
Genau wie Schmidt, kam auch Jarno Peters von der zweiten Mannschaft des FC Schalke. Mit einer Ablösesumme von 50.000€ hatte man großes Vertrauen in den Nachwuchskeeper, so sollte er scheinbar das Zukunftsgesicht des Torwartpostens sein, denn so viel Geld hat Arminia nämlich nicht, dass man sich einfach so für diese Summer einen dritten Torwart leisten kann.
Wie zu erwarten, spielte er dann auch zunächst in der zweiten Mannschaft um sich weiterzuentwickeln, doch nachdem er in der kommenden Saison kein Spiel für die zweite und nur 6 Spiele für die erste Mannschaft machen durfte neigte sich die Zeit des jungen Torhüters bei Arminia dem Ende zu.
Das war es also schon mit der Hoffnung auf den Nachwuchs und bei der Vorgehensweise und Förderung waren die 50 Tsd. € eine Summe, die man sich hätte sparen können; gerade bei der finanziellen Lage.

Fazit: Fehlgriff

Francky Sembolo:
Wenn Francky alles für die Mannschaft gäbe, dann würde er mit Toren glänzen, so sprach Trainer Stefan Krämer über seinen neuen Schützling, der Fabian Klos die Stürmerrolle in Zukunft strittig machen sollte.
Wie gut dieses Vorhaben dann in der Praxis umgesetzt werden konnte, zeigte sich dann aber auf dem Rasen. Nach 11 Spielen, die er bestreiten durfte, stellte sich heraus, dass Sembolo mehr Chancentod als Goalgetter war. Nicht eine einzige Torbeteiligung hatte der Kongolese zu verbuchen und wechselte deshalb im Winter zum Halleschen FC.
Dafür, dass er ein Wunschspieler von Arabi war, hätte man von der Nummer 18 mehr erwarten können. Gelinde gesagt, waren seine Leistungen höchst unvorteilhaft.

Fazit: Fehlgriff

Anass Achahbar:
Mit jungen 19 Jahren kam Anass Achahbar als weiteres Talent zur Arminia und pendelte zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft, um möglichst viel Spielpraxis zu erhalten. Zwar bekam er im Gegensatz zu anderen Jungspunden im DSC-Kader mehr Chancen, doch bei einer so geringen Punkteausbeute in den Spielen, an denen er teilnahm, konnte er keinen sonderlich positiven Eindruck hinterlassen und wurde zurück geschickt zur zweiten Mannschaft.
Entweder fehlt Arabi das Auge, junge Spieler mit Talent zu verpflichten oder man schafft es einfach nicht, diese richtig zu fördern, zumal Achahbar später noch einige Spiele für Feyenoord Rotterdam bestritt.
Da es der Arminia bei dem Marokkaner wieder einmal nicht gelang, sich um einen jungen Spieler richtig zu kümmern, kann man den Transfer, trotz der vielleicht guten fußballerischen Qualitäten Achahbars, nicht als einen erfolgreichen einordnen.

Fazit: Fehlgriff

Wintertransfers:

Wären die Wintertransfers nicht getätigt worden, hätte man sich wahrscheinlich noch vor Ende der Saison aus Liga 2 wieder verabschieden können.
Abgesehen von Olcay Turhan, der aus der Wertung fällt, da er nach dem Leih-Ende umgehend weiterverliehen wurde, wurden drei Transfers getätigt.
Mit Sahar konnte man einen verstärkenden Offensivspieler ausleihen, der in vielen Gelegenheiten neuen Schwung brachte und in der Liga und der Relegation insgesamt vier Tore erzielen konnte.
Für die Defensive konnte man Vujadin Savić zu sich holen, der aber auch nicht mehr Stabilität bringen konnte. 11 Gegentore in 6 Spielen sprechen für sich und durch eine Fußverletzung in der Schlussphase der Saison konnte er dem Verein noch weniger helfen, weshalb man ihn als einen weiteren Fehlgriff einordnen kann.
In Bielefeld geboren und seine Jugendkarriere hier verbracht, kam Kacper Przybyłko Anfang 2014 auf die Alm zurück und konnte die Mannschaft in vielen Gelegenheiten unterstützen.
Mit Last-Minute-Treffern wie gegen St. Pauli oder dem 3:2 Siegtreffer gegen Dynamo Dresden erspielte er sich zudem noch alle Sympathien der Fans und so ärgerte man sich wie auch bei Sahar, dass Przybyłko nach der Saison wieder gehen musste.

Fazit:

Mit Ben Sahar und Kacper Przybyłko wurden zwei echt bereichernde Transfer getätigt, betrachtet man aber die vielen restlichen Spieler, die oft weit unter den Erwartungen geblieben sind, dann muss man einfach von einer gescheiterten Transfersaison sprechen.
Arabi kann von Glück reden, dass er die Transferphase im Winter noch so vorteilhaft genutzt hat, sonst würde das Urteil wohl vernichtend aussehen.
Ein Team, das größtenteils über Kampfgeist und Willen den Aufstieg geschafft hatte und nicht über eine enorme Kader-Qualität, musste in der gesamten Hinrunde ohne eine Verstärkung auskommen und konnte sich ohne diese Verstärkungen und – bei allem Respekt – mit Stefan Krämer als Trainer und seinem Spielsystem, das sich durch Willensstärke und Mentalität auszeichnete, aber dafür auch ein gewisses Mindestmaß an Qualität benötigt hätte, nicht behaupten.
Samir Arabi hat in der Spielzeit 2013/2014 eine mehr als schwache Leistung als Geschäftsführer gezeigt, und bekommt von uns dafür ein „mangelhaft“.

Bildrechte: @Tag24

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.