Transferanalyse Part 2 (2012/2013)

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Samir Arabi – Heilsbringer oder Hindernis

Saison 2012/2013

Abgänge:

Nach einer, für Arminia Verhältnisse, weitestgehend ruhig verlaufenden Saison 2011/2012 (Platz 13 in Liga 3 mit jeweils 11 Punkten nach oben und unten) hatte Samir Arabi nun keine Großbaustelle zu leiten, sondern eher einen passablen 3.Liga Kader zu verbessern.
Die Zielsetzung hatte mit dem Aufstieg eigentlich nicht wirklich etwas zu tun und so sollte man sich auf eine weitere triste bzw. ruhige Saison in Ostwestfalen einstellen.
Genauso trist verlief auch die Transferperiode im Sommer.
Auf der Abgangsseite bleibt hier natürlich besonders Markus Schuler in Erinnerung, die Arminia Legende, welche 221 Spiele im blauen Dress absolviert hatte, trat mit 34 Jahren folgerichtig zurück.
In der Saison zuvor hatte der Linksverteidiger immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und dementsprechend verdient ging es dann in den Ruhestand.
An dieser Stelle nachträglich, Danke für alles Markus!
Von den Stammspielern der Vorsaison verließ an sich nur Alexander Krük den Verein, ein Abgang der durchaus verständlich war, da er sich nicht vollkommen für einen neuen Vertrag empfehlen konnte. (vgl. Saisonanalyse 2011/2012)
Mit Nico Hammann wechselte ein Reservist zu Hessen Kassel, soweit uninteressant, allerdings schaffte er es bei Kassel sein Potenzial auszuschöpfen und spielt mittlerweile beim FC Magdeburg eine Schlüsselrolle.
Hier wurde eventuell vor 5 Jahren noch nicht das volle Potenzial erkannt.
Ärgerlicher ist da im Nachhinein sicherlich der Abgang von Onel Hernandez, den Samir Arabi ablösefrei zu Bremen II hat ziehen lassen.
Der linke Mittelfeldspieler, der mit zarten 19 Jahren bereits 31 mal für die Profis von Arminia spielen durfte, spielt mittlerweile bei Eintracht Braunschweig eine gute Rolle und zeigt sein ganzes Talent.
Einen solchen Weg hätten ihm sicherlich auch nicht viele vorausgesagt, allerdings wurde hier ein Rohdiamant übersehen.

Zugänge:

Erdogan Yesilyurt:
Yesilyurt? Vielen Arminen wird dieser Name heute nicht mehr viel sagen, der damals 18-Jährige Türke kam aus der Bonner Jugend zum DSC und sollte wohl auch eher als Perspektivspieler dienen.
Allerdings reichte es für ihn nur zu 2 Kurzeinsätzen in der 3. Liga, sowie 2 Einsätzen im Westfalenpokal, in welchen er durchaus Potenzial aufblitzen ließ, bevor er nach nur einem halben Jahr zur Leihe nach Trier ging.
Von dieser Leihe kehrte er nicht mehr zurück nach Bielefeld, da man ihn nach der Saison in Richtung Duisburg transferierte.

Fazit: Fehlgriff

Stephan Salger:
Mit Stephan Salger verpflichtete man den Krük Ersatz für die Linke Abwehrposition.
Der damals 22 Jahre alte Salger wurde prompt zum Stammspieler und wusste durchaus zu gefallen.
5 Jahre und 156 Spiele später gehört Stephan Salger immer noch zum Kader der Blauen.
Auch wenn er nicht immer gänzlich überzeugte und auf der Linksverteidiger-Position irgendwann keine Zukunft mehr hatte, stellt sich Salger auch heute noch immer in den Dienst der Mannschaft.
Ob als Links- oder Innenverteidiger ob als „Sechser“ oder „Achter“, Salger würde wahrscheinlich auch im Sturm spielen, wenn Not am Mann wäre, wundern würde sich mittlerweile keiner mehr, wenn er auch diese Rolle ausfüllen könnte.
Bei seiner ruhigen bzw. abgeklärten Spielart vergisst man zudem oft, dass Salger erst 27 Jahre zählt und somit durchaus noch Potenzial für Verbesserungen bietet, dementsprechend kann man hier nur zu einem Fazit kommen.

Fazit: Verstärkung

Philipp Riese:
Im gleichen Alter wie Salger kam auch Riese nach Bielefeld.
Aus der Regionalliga verpflichtet, schaffte es Riese sich von Spiel zu Spiel zu verbessern und kam in 2 Jahren immerhin auf 61 Einsätze für die Arminia, eine beachtliche Anzahl von Spielen für den damals 23-Jährigen.
Der 1,75m große „Sechser“ glich in seinem Spiel oft einem Terrier, der jeden Ball hinterherjagt, dementsprechend hatte er mit 20 Einsätzen in der Aufstiegssaison durchaus einen nicht zu mindernden Anteil am Erfolg.
Durch seinen eher fragwürdigen Abgang bleibt Riese vielen Arminen sicherlich nicht allzu positiv in Erinnerung, doch trotzdem kann man bei ihm von einem guten Transfer reden, vor allem da man ihn beim ZFC Meuselwitz entdeckt hatte.

Fazit: Verstärkung

Pascal Testroet:
Mit 14 Torbeteiligungen in 21 Spielen für Offenbach, sowie einer verheißungsvollen Jugend Karriere in seinem Lebenslauf kam Pascal Testroet nach Ostwestfalen.
Dementsprechend hätte man sich in Bielefeld sicherlich mehr als 22 Torbeteiligungen in 61 Spielen von „Paco“ erhofft.
Allerdings muss man dazu sagen, dass er seine Rolle als Klos-Backup immer gut ausgefüllt hat und nicht umsonst viele Anhänger unter den hiesigen Fans besitzt.
Hinzu kommt die wichtige Vorlage zum „Aufstiegstor“ gegen Osnabrück, sowie das Erzielen des „Aufstiegstores“ zwei Jahre später gegen Regensburg, ein Mann für die wichtigen Spiele könnte man sagen.
Trotzdem wusste Pascal Testroet nicht auf voller Strecke zu überzeugen und musste Arminia deswegen nach drei Jahren wieder verlassen.
Sicherlich ist die Personalie Pascal Testroet schwierig einzuordnen, allerdings spricht die Mehrzahl der Argumente für einen guten Backup.

Fazit: Mitläufer

Marc Lorenz:
Bei Marc Lorenz blickt man ebenfalls auf stolze 69 Einsätze zurück, besonders bleibt hierbei natürlich der entscheidende Elfmeter gegen die Hertha aus Berlin im DFB-Pokal in Erinnerung.
In 3 Jahren für Arminia schaffte Marc Lorenz allerdings nie wirklich den Sprung von der „Aushilfe“ zum Stammspieler, zu unbeständig waren seine Leistungen, trotzdem muss man natürlich sehen, dass er durch seine flexible Art das ein oder andere Loch auf der linken Seite immer wieder souverän zu stopfen wusste.
Insgesamt stehen auch immerhin 24 Torbeteiligungen auf der Habenseite des Mannes aus der ungeliebten Nachbarschaft.
Summa Summarum ein durchaus passabler Transfer.

Fazit: Mitläufer

Christian Müller:
Christian Müller versuchte es nur 1 Jahr nach seinem Wechsel von Bielefeld nach Cottbus erneut in Ostwestfalen.
Samir Arabi verpflichtete den zu dem Zeitpunkt vereinslosen Mittelfeldspieler, weil er Vertrauen in die Qualitäten des Verletzungsanfälligen Berliners hatte und schenkte ihm eine zweite Chance.
Trotz einer eher durchschnittlichen Saison 2012/2013, in welcher besonders der in der Nachspielzeit verschossene Elfmeter gegen Preußen Münster in Erinnerung bleibt, sollte Samir Arabi Recht behalten.
91 seiner 111 Einsätze für Arminia absolvierte Müller in seiner zweiten Periode in Ostwestfalen und gerade in der Saison 2014/2015 sollte er essentiell zum Wiederaufstieg beitragen, als er in 27 Saisoneinsätzen 15 Torbeteiligungen verbuchte.
Seine Verletzungsanfälligkeit konnte „Mü37“ zwar leider nie vollends ablegen, doch trotzdem verlieh er der Mannschaft mit seinem unbändigen Willen, sowie seiner „Straßenfussballer-Mentalität“ wichtige Eigenschaften.
Ein Fazit zu ziehen fällt hier natürlich auch schwer, doch insgesamt kann man den Transfer, auch aufgrund des geringen Risikos (Vereinslos), nur als einen guten einstufen.

Fazit: Verstärkung

Wintertransfers:

Im Winter gab es aufgrund der Saison, welche über den Erwartungen verlief, kaum Gründe für Nachbesserungen.
Mit zwei Verpflichtungen, Sebastian Glasner und Jonas Strifler, wollte Samir Arabi trotzdem noch einmal den Kader verbessern.
Der Transfer von Sebastian Glasner schien aufgrund des Kaders, man hatte bereits vier Mittelstürmer, eher überflüssig, doch trotzdem kam er auf 14 Einsätze.
Mit zwei Toren und einer Vorlage in seinen ersten drei Spielen für die Blauen legte der von Energie Cottbus verpflichtete Stürmer auch furios los, allerdings sollten dies auch die letzten zählbaren Leistungen sein.
Seinen kurzfristigen Zweck als Wintertransfer mag Glasner erfüllt haben, allerdings schien seine Zeit bei der Arminia bereits nach einer halben Saison wieder vorüber.
Jonas Strifler hingegen verbrachte drei Jahre in Bielefeld, konnte allerdings aufgrund der überdurchschnittlich hohen Zeit die er im Lazarett verbrachte, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Beide Transfers hatten sicherlich ihre Daseinsberechtigung, gelten im Rückblick aber auch eher als Fehlgriffe.

Fazit:

Dass ein Sportdirektor in einer Transferphase, auf die ein Aufstieg folgt, nicht viel falsch gemacht haben kann, ist selbstredend.
Samir Arabi hat hier sicherlich einen guten Job hingelegt, was auch unsere Bewertungen darstellen (3 Verstärkungen, 2 Mitläufer, 1 Fehlgriff)
Allerdings wurde der Grundstein des Aufstiegs bereits einen Sommer vorher gelegt, da der Schlüssel zum überraschenden Aufstieg vor allem die Mannschaftliche Geschlossenheit, sowie das Finden des perfekten Spielsystems, für eben jenes Team, seitens Stefan Krämer war.
Auch die eher nicht so erfolgreichen Wintertransfers, sowie der, im Nachhinein, ärgerliche Abgang von Hernandez, können diese Leistung nicht schmälern.
Insgesamt war es für Samir Arabi die sicherlich ruhigste, sowie Ereignis ärmste Transferphase als Sportdirektor, für welche wir ihm ein „Befriedigend“ attestieren.

Bildrechte: ©Tag24

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.