Torwartdiskussion

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Baboucarr Gaye, Nikolai Rehnen, Stefan Ortega

Torwartdiskussion

Seit jeher zählt die Position des Torwarts zu den meist diskutiertesten in einer Mannschaft.
Bringt sie eben mit sich, dass nur einer spielt, während man üblicherweise drei an der Zahl im Kader besitzt.
Wir alle erinnern uns an die großen Torwartduelle wie „Kahn vs. Lehmann“, „Neuer vs. Adler“ oder auch auf Arminia bezogen „Hesl vs. Davari“.
Doch wie ist die aktuelle Situation bei unserer Arminia?
Durch die beiden Abgänge von Hesl und Davari hat sich einiges getan, dadurch dass nur Ortega verpflichtet wurde, hat man auf dieser Position den Schritt von „Erfahren“ zu „Talentiert“ gewagt.
Mit Ortega besitzt nur einer unserer drei Torhüter Profierfahrung und das im zarten Alter von 24 Jahren.
Mit 103 Profispielen ist die Erfahrung natürlich nicht mit der von Hesl, oder auch Davari gleichzusetzen, allerdings kennt sich Ortega mit dem Abstiegskampf und der Relegation aus.
So musste er in 6 Profijahren bereits drei Mal die Relegation bestreiten, 2 Mal davon als Stammtorhüter.
Somit haben wir letztendlich ein Torhüter-Trio, welches ein Durchschnittsalter von 21 Jahren aufweist.
Wenn alles nach Plan verläuft, hat man auf dieser Position, zumindest in der nächsten Dekade, kein Handlungsbedarf mehr.
Als klare Nummer 1 wird wohl Stefan Ortega in die Saison gehen, zwar sagte er beim Auftakttraining, dass es „ein Leistungsprinzip auch auf der Torhüterposition“ gäbe, doch man darf davon ausgehen, dass man einen Ortega nicht verpflichtet hätte, wenn Saibene und Arabi sich nicht von vornherein auf ihn als Nummer 1 festgelegt hätten.

Was bedeutet das für Nikolai Rehnen?

Das Bielefelder Eigengewächs hatte sich wohl insgeheim Hoffnungen gemacht, als Nummer 1 in die neue Saison gehen zu dürfen und auch unter den Fans gab es einige Befürworter dieses Szenarios.
Nun muss er sich allerdings mit der Rolle als Nummer 2 begnügen.
Die Nummer 2 ist für den gebürtigen Kölner allerdings keine Degradierung, sondern viel mehr eine Beförderung, so geht er das erste Mal als „richtiger“ Bestandteil eines Profikaders in eine Saison.
Betrachten muss man hier allerdings noch sein Potenzial, welches bereits Nominierungen für die U20 Nationalmannschaft nach sich zog, sowie seinen am 30.06.2018 auslaufenden Vertrag.
Mit dem kolportierten Interesse vom SC Freiburg, kann man sich vorstellen, was nächsten Sommer auf den DSC zukommt, wenn der Vertrag nicht frühzeitig verlängert wird.

 

Wie sieht es mit dem dritten Mann im Bunde aus?

Auch Baboucarr Gaye strotzt nur so vor Potenzial, so wurde er beispielsweise direkt für eine A-Nationalmannschaft nominiert, die von Gambia.
Durchaus beachtlich für einen 19-jährigen, auch wenn Gambia, bei allem Respekt, keine Fußballmacht darstellt.
Der 1998 geborene Torhüter rückt in der kommenden Saison erstmals in den Profikader ein, durchaus ein Erfolg.
So könnte er beispielsweise die Rolle von Nikolai Rehnen übernehmen und seine ersten Senioren-Spiele für Arminias U23 absolvieren.
Für die A-Jugend Bundesliga Mannschaft des DSC darf der 1,94m große Bielefelder nicht mehr auflaufen, so steht auch er in seiner Karriere vor dem nächsten Schritt.

 

Bahnt sich hier ein Luxusproblem für unsere Arminia an?

Meiner Meinung nach wurde hier eine Baustelle eröffnet, wo keine war.
Man hatte mit Rehnen und Gaye bereits zwei talentierte Torhüter im Kader und hätte durchaus das Experiment mit Rehnen versuchen können.
So hätte ich den Transfer eines erfahrenen Torhüters favorisiert, der sich hinter Rehnen auf die Bank setzt und, sollte das Experiment scheitern, einspringen kann.
Eine weitere Option wäre in meinen Augen ein Leihgeschäft gewesen, wie es beispielsweise mit Marius Müller in den Medien kursierte, in Folge dessen sich Rehnen ein Jahr lang hätte als klare Nummer 2 entwickeln können, um dann zur Saison 2018/2019 die Nummer 1 zu übernehmen.
Mit dem Zugang des nur 4 Jahre älteren Ortega hat man Rehnen in meinen Augen ein wenig vor den Kopf gestoßen, da im Normalfall die Nummer 1 nun auf Jahre vergeben ist.
So ist ein Abgang Rehnens, zum nächsten Sommer, in meinen Augen sehr wahrscheinlich.
Natürlich fährt man mit Ortega eine sichere Schiene, obwohl auch hier abzuwarten gilt, ob er das Top-Niveau früherer Tage erreicht, hat er schließlich eine abwechslungsreiche Zeit bei den Löwen hinter sich, mit vielen Hochs, aber mindestens genauso vielen Tiefs.
Ein System, wie es im Ausland öfter probiert wird, dass ein Torhüter in der Liga spielt und der andere im Pokalwettbewerb, wäre hier vielleicht eine Lösung.
Erscheint allerdings bei einem kleinen Verein wie Bielefeld als eher unrealistisch, betrachtet man alleine den finanziellen Wert des DFB-Pokals.
Spannend bleibt auch die Frage, ob Arminia weiterhin mit 3 Torhütern im Kader zu den Liga-Spielen anreist, was eine Nummer 1 Beschäftigung in der 2. Mannschaft, ähnlich wie bei Rehnen in der letzten Saison, für Gaye als schwierig gestalten würde.
Alles in Allem kommt ein spannendes Jahr auf uns zu und es gilt abzuwarten, ob sich die Karten auf der Torhüterposition im nächsten Sommer wieder komplett durchmischen und man zwei große Talent, wie Rehnen und Gaye es sind, verliert.

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