St.Pauli

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Am Ende der Saison wird man Siebter….

 

 

Hätte ein St.Pauli Fan diesen Satz in der vergangenen Winterpause getätigt, so hätte man ihn wohl zum nächsten Arzt geschickt.

 

Rückblick:

17.Spieltag, Saison 2016/2017:

Der FC St.Pauli steht mit 11 Punkten auf dem letzten Tabellenrang, der Tabellensiebte ist 16 Punkte entfernt.

34.Spieltag, Saison 2016/2017:

Der FC St.Pauli steht mit 45 Punkte auf dem Siebten Rang, der Tabellenletzte ist 20 Punkte entfernt.

Unglaubliche 34 Punkte holten die Kiezkicker in der Rückserie, damit nur 3 Punkte weniger als Ligaprimus Stuttgart.

Betrachtet man nur die Rückrundentabelle, dann wären die Hamburger auf dem Relegationsrang 3.

Was so ein Trainerwechsel alles bewirken kann…

Moment.

Denn genau den gab es nicht.

In einer Situation, in welcher wohl jeder Profiverein den Trainer bereits drei Mal entlassen hätte, vertraute man Ewald Lienen und wurde bestätigt.

Und so steht zum Ende der Saison ein grandioser Tabellenplatz und spätestens in einem Jahr fragt keiner mehr danach, wie dieser zustande gekommen ist.

„The trend is your friend“, dieses Zitat wird man in Hamburg wohl im Bezug auf die nächste Saison gerne wiederholen, vergessen sei die katastrophale Hinrunde und in den Vordergrund sei gestellt, dass man innerhalb der letzten 6 Jahre immerhin 4 Mal in der oberen Tabellenhälfte landete.

Und so stellt auch Ewald Lienen klar, dass die Entwicklung „voranschreiten soll“ und man „so erfolgreich wie möglich“ sein will.

Betrachtet man den 4.Rang der Saison 2015/2016, dann wäre der logische nächste Schritt in der Entwicklung, der Angriff auf die Aufstiegsränge.

Klingt zunächst utopisch, wenn man den Blick nur 7 Monate nach hinten wirft, doch betrachtet man den starken Aufwärtstrend, sowie das extreme Verletzungspech der letzten Saison, dann scheint es gar nicht so unrealistisch.

Mit 31 eingesetzten Spielern bildete man in Hamburg eine deutliche Ausnahme zum Durchschnitt der Liga, nur 4 Spieler konnten die 30-Spiele Marke erreichen.

Und da Kontinuität bei St.Pauli groß geschrieben wird, soll es in Zukunft auch im Bezug auf die Stammelf mehr Kontinuität geben.

Das lässt zumindest das aktuelle Transferfenster vermuten.

Mit Lennart Thy und Sören Gonther mussten nur zwei Spieler abgegeben werden, die das Potenzial für die Stammelf gehabt hätten.

Auf der Zugangs-Seite stehen mit Sami Allagui und Clemens Schoppenhauer zwei Spieler, welche das Potenzial für die Startelf haben.

Theoretisch lässt sich hier ein Tausch erkennen, man hat jeweils einen Stürmer und einen Innenverteidiger verpflichtet, sowie abgegeben.

Sami Allagui hat, zumindest bezogen auf Liga 2, hier sicherlich einige Qualitätsvorteile im Hinblick auf Lennart Thy.

Clemens Schoppenhauer hingegen besitzt zumindest den Altersvorteil, ist er immerhin 5 Jahre jünger als Gonther.

Der wohl eindrucksvollste „Neuzugang“ bleibt aber Cenk Sahin.

In der letzten Saison war er der 2.Beste Scorer der Kiez-Kicker, allerdings nur ausgeliehen.

8 seiner 10 Scorerpunkte erzielte der Youngster in der Rückserie und war damit zu großen Teilen für den Aufschwung seiner Mannschaft verantwortlich.

Zu dieser Saison wurde er, für eine kolportierte Ablösesumme von 1,3 Millionen €, fest an die Elbe gebunden und bildet damit den zweit teuersten Neuzugang aller Zeiten für die St.Paulianer.

Doch die Vorbereitung läuft momentan noch nicht ganz rund für den Rekordmann, so hatte er zwischenzeitlich mit kleineren Blessuren zu kämpfen und konnte sich so noch nicht in den Vordergrund spielen.

Mit Blessuren zu kämpfen hatten generell mehrere Spieler der Hamburger, so war es eine eher zerpflückte Saisonvorbereitung.

Änderte allerdings nichts daran, dass sie größtenteils positiv gestaltet wurde.

So konnte man zuletzt sogar die Generalprobe gegen den SV Werder Bremen mit 2:1 gewinnen und das trotz einiger „Experimente“ in der Startelf.

Die Kaderplanung ist wohl noch nicht zu 100% abgeschlossen und trotzdem kann man sicherlich schon von einem mehr als konkurrenzfähigen Kader reden.

Doch jetzt kommt das große aber.

Mit Sören Gonther ist der Kapitän von Bord gegangen, gleichzeitig agiert Ewald Lienen seit diesem Sommer als Sportlicher Leiter und überlässt Olaf Janßen den Posten des Cheftrainers.

Auf Olaf Janßen zu setzen, welcher als Cheftrainer noch nicht wirklich überzeugen konnte, ist sicherlich ein gewagtes Experiment.

Gerade wenn man in Krisenzeiten erneut lange am Trainer festhält, könnte es in dieser Saison schief gehen.

Olaf Janßen bestreitet momentan seine erste Vorbereitung als Cheftrainer und hatte insgesamt erst eine (Chef)Trainerposition inne.

Im Zuge dieser konnte er in der Saison 2013/2014 den Abstieg von Dresden in 28 Spielen nicht verhindern und erzielte eine Punktausbeute von 1,04 Punkten pro Spiel.

 

Die Erwartungen in Hamburg werden sicherlich nicht klein sein, gerade nach der starken letzten Rückrunde.

Fraglich bleibt, ob diese wiederholt werden kann.

Betrachtet man die ersten 5 Auswärtsspiele, so hat man mit Bochum, Darmstadt, Nürnberg und Braunschweig direkt vier Richtungsweisende Duelle vor sich, in welchen die Saison bereits ein wenig definiert wird.

Für uns ist St.Pauli eine der größten Wundertüten der kommenden 2.Liga Saison, so ist vom Aufstiegs- bis zum Abstiegskampf so gut wie alles möglich.

Entscheidend wird sicherlich sein, inwieweit Olaf Janßen in die Fußstapfen von Ewald Lienen treten kann und in welchem Maß man in einer eventuellen Krise an ihm festhält.

Sollten alle Räder in sich greifen so wird St.Pauli unserer Meinung nach um den Aufstieg spielen, im Normalfall sollte es mindestens für das erste Tabellendrittel reichen.

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