SSV Jahn Regensburg

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Liga-Prognose

Überraschendes Wiedersehen mit alten Bekannten…

 

16.Mai 2015.

Um die 100 Regensburger Fans haben die mehr als 500km lange Anreise auf sich genommen, um beim letzten Auswärtsspiel der Saison in Bielefeld dabei zu sein.

Es ist gleichzeitig auch vorerst das letzte Auswärtsspiel in der 3.Liga gewesen, denn während die Arminen an jenem Tag durch ein 2:2 den Aufstieg feiern konnten, stand für die Rot-Weißen aus der Oberpfalz der Abstieg in die Viertklassigkeit schon länger fest.

Bestimmt hätten die wenigsten der damals anwesenden Regensburger Fans damit gerechnet ein bisschen mehr als zwei Jahre später an Ort und Stelle wieder auf Arminia Bielefeld zu treffen.

Und das in der zweiten Bundesliga.

Samstag kommt es genau dazu.

Nach dem Abstieg in die Regionalliga Bayern, gelang den Regensburgern der direkte Wiederaufstieg, nachdem man im finalen Aufstiegsrelegationsspiel den VfL Wolfsburg II schlagen konnte.

Erst mal in Schwung gekommen, belegte der Aufsteiger in der folgenden Drittligasaison gleich den 3. Tabellenplatz und es kam zur Relegation gegen 1860 München, welche die Oberpfälzer souverän und hochverdient gewinnen konnten.

So schnell kann’s gehen. Der SSV Jahn ist nach vier Jahren wieder zweitklassig.

Kurz vor Saisonstart scheint die Euphorie nicht mehr ganz so groß.

Viele der Jahn Fans sind sich nicht sicher, ob das, was der SSV auf dem Transfermarkt getätigt hat ausreicht, um in der Liga zu bestehen.  

Zudem verabschiedete sich Erfolgscoach Heiko Herrlich Anfang Juni Richtung Bayer Leverkusen.

Ein Schlag ins Gesicht für alle die es mit den Oberpfälzern halten.

Auch in der Folge kam der Club nicht zur Ruhe.

Investor Philipp Schober hat sich 90% der Anteile der SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA gesichert.

Dieser bezeichnet Regensburg als Erstligastandort und hat anscheinend großes vor, doch die Spitze des Zweitligisten um Präsident Rothammer und Geschäftsführer Keller grenzt sich klar von Schober ab und will ihm wenig bis gar keine Einflussmöglichkeiten gewähren.

Auch von der Fanseite schlägt dem neuen Mann einiges an Gegenwind entgegen.

„Ultras Regensburg“ veröffentlichten einen Statement auf ihrer Homepage, in dem die Ablehnung gegenüber Schober verdeutlicht wird sowie einige kritische Fragen aufgeworfen werden, die bis jetzt noch unbeantwortet sind.

Eine ruhige Vorbereitungsphase geht anders.

Personell hat sich bei den Regensburgern nicht allzu viel getan.

Mit Kolja Pusch (Heidenheim), Haris Hyseni (Meppen) und Erik Thommy (Augsburg), haben nur drei wirkliche Stammspieler der letzten Saison den Verein verlassen.

Thommy war eine Leihgabe des FC Augsburg und dürfte am schmerzlichsten vermisst werden, spielte er doch eine starke Saison mit acht Toren und sieben Vorlagen.

Ersatz ist mittlerweile aber gefunden worden.

Albion Vrenezi, ebenfalls von Augsburg, allerdings aus der U23, ähnelt Thommy in vielerlei Hinsicht.

So ist er ebenfalls ein schneller, quirliger, dribbelstarker Flügelstürmer, der in der letzten Saison mit neun Toren und neun Vorlagen sogar eine noch bessere Quote aufweist.

Allerdings auch in der Regionalliga.

Des weiteren konnten die Abwehrspieler Asgar Sörensen (Salzburg) sowie Benedikt Gimber (Hoffenheim) ausgeliehen werden, welche Neu-Trainer Achim Beierlorzer als „Hochkaräter“ bezeichnete.

Ob sich das bestätigt, bleibt abzuwarten, beide sind noch sehr jung.

Das in der Defensive etwas getan werden musste, schien aber dringend notwendig nach 50 Gegentoren in der letzten Saison.

Für einen Aufsteiger ein bemerkenswert hoher Wert.

Herrlich Nachfolger Beierlorzer trainierte zuletzt die U19 von RB Leipzig, hatte aber zuvor schon einmal zeitweise die Profimannschaft übernommen, nachdem Alexander Zorniger beurlaubt wurde, da der fest eingeplante Durchmarsch der Sachsen in die erste Liga in Gefahr geriet. Das Projekt zu retten schaffte er allerdings ebenfalls nicht.

Seine Trainerausbildung schloss der Mann aus Erlangen mit 1,0 ab.

Angesprochen auf die neue Spielzeit, entgegnete der Coach, dass man sich keine Sorgen mache und der Jahn gut aufgestellt sei.

Das Defensivverhalten wurde trainiert, doch trotzdem solle der SSV weiterhin für attraktiven Offensivfußball stehen.    

Wir sehen das ganze etwas anders.

Regensburg hat sich nur sehr zaghaft verstärkt.

Es könnte problematisch werden, dass keiner der Neuzugänge wirklich Erfahrung in dieser Liga hat.

Zudem ist Erfolgscoach Heiko Herrlich nicht mehr da.

Dieser hat Regensburg im Grunde nach oben geführt.

Ob ein anderer Trainer ebenso erfolgreich mit der Mannschaft arbeiten kann bleibt abzuwarten, auch wenn Achim Beierlorzer gewiss kein schlechter Trainer ist.

Außerdem scheint es im Umfeld momentan alles andere als ruhig zu sein, was sich eventuell auch noch in negativer Form auswirken könnte. Zudem hat der Jahn den Kader mit dem geringsten “Transfermarkt.de-Marktwert” der Liga.

In den Testspielen konnten zwei Achtungserfolge erzielt werden mit Siegen über den FC Augsburg (2:1) und einen Kantersieg über die U23 von Arsenal London (5:0).

Ansonsten verlief die Vorbereitung eher holprig mit Niederlagen gegen Aalen (2:3) und Schweinfurt (1:4).

Stichwort Gegentore.

Regensburg zählt als Aufsteiger naturgemäß zu den Abstiegskandiaten und auch wir schließen uns dieser Prognose an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.