SpVgg Greuther Fürth

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Dieser Dino ist nicht vom aussterben bedroht…

Der Hamburger SV der zweiten Liga.

Nein, dieser Satz ist nicht auf die Eskapaden bezogen.

Nein, dieser Satz ist auch nicht auf das vorherrschende Chaos bezogen.

Und ja, gerade in Fürth wird man sicherlich auf das Thema „Hamburger SV“ allergisch reagieren, vor allem wenn es in einem Satz mit der Relegation erwähnt wird.

Wir beziehen uns allerdings dabei vollkommen auf den Status als „Dino“.

Denn genau ein solcher Dino ist die Spielvereinigung für die 2.Bundesliga.

In die 20.Saison am Stück würde man in Franken nun gehen, wäre der Aufstieg 2011/12 nicht dazwischen gekommen.

Darüber wird man sich in Fürth sicherlich nicht ärgern, wurde durch ihn schließlich endlich der jahrelang anhaftende Ruf als „ewiger 5.“ abgelegt.

Dieser Ruf kam zwar nicht von irgendwo her, zwischen den Saisons 2000/2001 und 2008/2009 schloss man tatsächlich, bis auf zwei Ausnahmen, unglaubliche sieben Mal die Saison als 5ter ab und doch wird er diesem Verein nicht gerecht.

Die Spielvereinigung, welche ein Gründungsmitglied der 2.Bundesliga ist, agiert als eine Art kleines gallisches Dort im großen Bayern, welches sich National gegen jegliche Widerstände durchsetzt.

Lediglich 122.000 Menschen wohnen in Fürth, hingegen 501.000 im benachbarten Nürnberg.

Nürnberg, das nächste Thema, auf welches man einen Fürther besser nicht anspricht.

Doch geht es um die Themen Einzugsgebiete und Finanzielle Möglichkeiten durch lokale Sponsoren, dann kommt man um das Thema Nürnberg nicht herum.

Lassen wir andere Profi-Clubs wie Augsburg, Regensburg oder auch München (ungefähr 2 Autostunden entfernt) mal aus dem Spiel, dann ist der größte Widersacher definitiv die nur 15 Minuten entfernt liegende Stadt Nürnberg.

Damit verbunden der 1.FC Nürnberg.

Das Fränkische Derby bildet das älteste seiner Art und das Deutschlandweit.

Bei all dem Ehrgeiz und Konkurrenzdenken sind sicherlich alle Fürther Fans im Grunde genommen froh, dass man dieses Derby heute noch austragen kann.

Schauen wir zurück ins Jahr 1983, 6 Millionen € Schulden erdrücken die Fürther, der Abstieg aus der 2.Bundesliga war perfekt und niemand hat damit gerechnet, diesen Verein wieder im Profifußball zu sehen.

24 Jahre später ist die Spielvereinigung der angesprochene Dino der 2.Bundesliga und verdankt das zu größten Teilen dem aktuellen Präsidenten Helmut Hack.

Jener Helmut Hack trieb im Jahre 1995 die Fusion zwischen der SpVgg Fürth und dem TSV Vestenbergsgreuth an und sicherte damit womöglich entscheidend den Profifußball in Fürth.

Gleichzeitig führt er den Verein nun seit mehreren Jahren in ruhigen Fahrwässern und holt, zumindest objektiv gesehen, das Optimum aus dem Verein Fürth heraus.

Finanziell gesehen ist man mittlerweile deutlich stabiler aufgestellt, man lebt nicht mehr über den Verhältnissen.

Sportlich gesehen kann sicherlich auch jeder Kleeblättler zufrieden sein, befindet man sich, zumindest momentan, wieder auf einer Stufe mit dem Erzrivalen und ist diesem regelmäßig sogar eine Nasenlänge voraus.

Ziemlich weitgreifende Einleitung, um auf die kommende Saison zu kommen.

So romantisch das alles nämlich klingt, so groß ist natürlich trotzdem die Lust auf Bundesliga-Fußball in Fürth.

Nach dem oben erwähnten Aufstieg 2012 und dem fast gelungen Wiederaufstieg 2014 hat man natürlich Blut geleckt.

Die diesjährige Transferperiode lässt zumindest auch ein wenig Platz für Aufstiegswünsche zu, da Fürth einige Ausrufezeichen setzte.

So verließen mit Gießelmann, Zulj und Franke natürlich wichtige Spieler den Verein, aber mit beispielsweise Nik Omladic oder den für 750.000€ verpflichteten Philipp Hofmann sorgte man auch für gute Nachrichten.

Ausrufezeichen setzte Fürth zudem bei den Transfers von Maximilian Wittek oder Mario Maloca.

Der vom Absteiger 1860 München kommende Wittek war wohl einer der begehrtesten 2.Liga Spieler dieser Periode und entschied sich sicherlich nicht ohne Grund für das Kleeblatt.

Gleiches gilt für Nik Omladic, welcher aus Braunschweig kam.

Das Konzept welches Fürth, gerade seitdem János Radocki das Zepter schwingt, bietet, scheint nicht wenigen Spieler zuzusagen.

Wenn man allerdings auf die Vorbereitung blickt, dann werden einige Zuschauer sicherlich verwundert mit dem Kopf geschüttelt haben.

Hagelte es schließlich direkt zu Beginn zwei Pleiten, davon eine bittere Packung bei der SpVgg Ansbach (2:5) und eine knappe Niederlage gegen den VfR Aalen (1:2).

Doch in Fürth weiß man sich zu helfen und gestaltete den Rest der Vorbereitung positiver, so wurde unter anderem Pilsen mit 5:1 besiegt, zudem wurde ein beachtliches 0:0 gegen den Bundesligisten Mainz 05 erzielt.

Positiver von den Ergebnissen her, doch eine kleine Verletzungsmisere suchte die Fürther heim.

So wird der Neuzugang Hofmann den Saisonstart wohl verpassen, gleiches gilt für Sararer, sowie den ausgeliehenen Maloca.

Doppelt bitter, für die Fürther geht es am ersten Spieltag bereits nach Darmstadt, einen direkten Konkurrenten also.

Meist sind frühe Aufeinandertreffen mit frisch Abgestiegenen Vereine besser, doch im Falle der Spielvereinigung kommt das Spiel wohl zu früh.

Am zweiten Spieltag wartet dann der Pflichtsieg gegen die Arminia aus Bielefeld, welche allerdings auch von der durchgewürfelten Fürther Mannschaft profitieren könnte, falls diese noch nicht zu 100% eingespielt ist.

Hat man dann, bis zum Derby am 8.Spieltag, bereits in Kiel, in Dresden, in Braunschweig, sowie gegen die Fortuna und Ingolstadt gespielt, kann man ein erstes kleines Fazit ziehen.

Dort wird dann auch bewertet werden können, ob die Fürther Aufstiegsträume haltbar sind.

In unseren Augen hängt sehr viel vom schweren Auftaktprogramm ab und inwieweit die Fürther dort die Saison beginnen.

Vom reinen Potenzial der Mannschaft hat Fürth definitiv die Chance um den Aufstieg mitzuspielen, es hängt allerdings, wie so oft, davon ab, ob die Neuzugänge einschlagen und János Radocki die Mannschaft im selben Maße erreicht wie in der letzten Saison.

Wenn wir uns festlegen wollen, dann sehen wir die Fürther nicht auf einen der vorderen drei Plätzen, können uns aber durchaus vorstellen, dass diese Mannschaft für ordentlich Furore in der Spitze sorgt.

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