Qualität = Qual und Qual = Probleme?

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Qualität im Kader zu haben ist ein großer Luxus, den viele Arminia-Trainer nicht hatten, Jeff Saibene hingegen geht in seine zweite Saison mit einem großen und vergleichsweise qualitativ hochwertigen Kader.

So besitzt die Arminia mittlerweile 2 A-Nationalspieler, einen aktuellen U-19 Nationalspieler, sowie einen ehemaligen U-20 Berufenen.

Gleichzeitig besitzt die Arminia den Luxus, gleich zwei U-Nationalspieler verleihen zu können und zwei erfahrene Zweitligaprofis komplett auszumustern.

Ein Traum für jeden Trainer, oder?

Qualität = Luxus, Luxus = Qual der Wahl?

Die Qual der Wahl hat Jeff Saibene vor jeder Partie, Salger oder Behrendt? Schütz oder Seufert? Klos oder Schipplock?

Im defensiven Mittelfeld besitzt der Arminia Kader eine solch hohe Qualität, dass ein erfahrener Spieler, welcher bereits in der 1.Bundesliga aufgelaufen ist, sich momentan mit der Rolle als Back-Up begnügen muss.

Wann wird aus der Qual der Wahl ein Problem?

Ein Problem gibt es dann, wenn einzelne Spieler kaum bis gar nicht zum Zug kommen und andere dauerhaft spielen.

Jeff Saibene gilt als strikter Trainer, welcher seine Philosophie rigoros umsetzt, Härtefälle gibt es immer wieder, der charmante Luxemburger schafft es aber diese mit einem sympathischen Lächeln unter den Teppich zu kehren.

 

Die „Qual der Wahl“ ensteht dann, wenn der Trainer jede Woche aufs neue die Trainingsleistungen bewerten kann und dadurch seine Mannschaft Woche für Woche optimal aufstellen kann.

Jeff Saibene betont immer wieder, dass es selbst beim DFB-Pokalspiel gegen Stendal, als 8 Wechsel vorgenommen wurden, keinen Qualitätsverlust gab.

Trotzdem gibt es auch bei Jeff Saibene durchaus Stammspieler.

Allen voran natürlich Stefan Ortega, Manuel Prietl und Florian Hartherz.

Aber auch Andreas Voglsammer und Julian Börner stehen unter dem Prinzip “ Wenn fit, dann aufgestellt“.

Fabian Klos spielte unter Jeff Saibene in 47 von 48 Begegnungen und blockiert somit auch zumeist einen Platz der ersten 14.

Gleiches gilt im weiteren Kreis für Tom Schütz (40 von 48) und Keanu Staude (38 von 48).

An der Personalie Schütz haben die Neuzugänge, zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt, ordentlich gewackelt.

Keanu Staude aber hat seinen Stammplatz im Sommer gefestigt, Patrick Weihrauch hingegen (36 von 39 Begegnungen unter Saibene) scheint vorerst außen vor zu sein.

Zuletzt war nicht Mal mehr ein Kaderplatz für Weihrauch verfügbar, ein gleiches Schicksal musste auch Roberto Massimo hinnehmen.

Von Sören Brandy, Can Özkan und Christopher Nöthe ganz zu schweigen.

 

Was uns dann zu den potenziellen Problemfällen bringt.

Ein Patrick Weihrauch, welcher in der abgelaufen Saison 3 Tore erzielte und 6 weitere vorbereitete (viertbester Scorer), befand sich in der Hierarchie, gemessen an der Einsatzzeit, lediglich auf Platz 10 des Kaders, Tendenz abfallend.

Zwischenzeitlich musste sich Weihrauch gar hinter Massimo, Kerschbaumer und Staude anstellen.

Mittlerweile scheint für ihn keine feste Position verfügbar zu sein, eingesetzt wurde er bereits hinten Rechts, vorne Links und vorne Rechts.

Edmundsson hat ihm, zumindest zunächst, den Rang abgelaufen, Staude scheint ebenfalls die Nase vorn zu haben.

 

Was uns zwangsläufig zu Massimo bringt, am ersten Spieltag überhaupt nicht im Kader, in Hamburg über 90 Minuten nicht berücksichtigt.

Obwohl eine gute Leistung gegen Stendal attestiert werden kann, schien es für eine Joker-Rolle nicht zu reichen.

Der Stuttgarter-Leihspieler wird und MUSS auf seine Einsatzzeiten kommen, dafür wird Stuttgart vermutlich sorgen.

Zur Not eben durch einen Leihabbruch nach einem Jahr.

 

Den nächsten potenziellen Problemfall haben wir ebenfalls angesprochen, Max Christiansen.

An Manuel Prietl gibt es kein Vorbeikommen und Nils Seufert ist bisher die Entdeckung der Saison, Tom Schütz wollen wir nicht vergessen.

Max Christiansen durfte im Pokalspiel die Rolle übernehmen und gegen Hamburg für 5 Minuten ran, sein Ziel wird aber definitiv der Stammplatz sein.

Gleiches gilt für Tom Schütz, obwohl der treue Armine sich wohl noch eher mit der Reservistenrolle abfinden könnte.

 

Hier kommt auch der Wegbruch von den Amateuren zum Vorschein, Spieler wie Cerruti Siya, Semir Ucar, Baboucarr Gaye oder neuerdings auch Can Özkan stehen ohne Spielpraxis da und haben bis auf weiteres auch keine Aussicht darauf.

 

Im Mittelfeld sind die Problemfälle behandelt, im Sturm sieht es aber nicht anders aus.

Sven Schipplock kommt als ehemaliger Bundesligastürmer, Owusu als hoffnungsvolles Talent.

Beide trafen gegen Stendal doppelt, mindestens einer wird an jedem Wochenende die Bank drücken müssen.

Die ganze Thematik schließt Nils Quaschner momentan noch aus, dieser wird wohl nach der Länderspielpause wieder Einsatzbereit sein und die Problematik im Sturm verschärfen.

Sören Brandy trainiert weiterhin mit und wartet auf seine Chance, für einen Kaderplatz hat es bisher aber noch nicht gereicht.

Christopher Nöthe hingegen ist definitiv ausgemustert, für einen Abgang bleiben zwei Tage.

Der Fall Andraz Sporar hat gezeigt, dass Jeff Saibene sich seine Aufstellung nicht diktieren lässt und keine Unruhe aufkommen lässt.

Der Fall Andraz Sporar hat aber auch gezeigt, dass Ansprüche und Realität oft auseinander klaffen.

 

In der Defensive zeigt sich dahingehend ein anderes Bild, Florian Hartherz kann sich seines Stammplatzes vollkommen sicher sein, Julian Börner zunächst auch.

Stephan Salger ist mit der Reservistenrolle vertraut und hat oft gezeigt, dass er da ist, wenn es darauf ankommt.

Jonathan Clauss hingegen hat nun eigentlich nur 1-2 Spiele Zeit, um diese Ansprüche zu unterstreichen.

Danach werden sich Brunner und Clauss einen Zweikampf liefern müssen, der Verlierer bleibt wohl Can Özkan.

Die Verpflichtung von Jonathan Clauss kann man trotzdem nur begrüßen, neben der rechten Verteidigerposition kann dieser nämlich zur Not auch die linke Seite bekleiden, Nils Teixeira lässt grüßen.

Der Transfer von Phillipp Klewin hat für Verwunderung gesorgt, hier werden aber sämtliche Rollen bereits vor der Unterschrift geklärt worden sein, dass sich dieser auf die Bank setzt, ist einerseits verwunderlich, andererseits aber wohl von ihm akzeptiert.

Auch hier bleibt Gaye, immerhin Nationalspieler Gambias, aber außen vor.

 

Die Problematik ist den Verantwortlichen von Arminia definitiv aufgefallen, Nikolai Rehnen wurde verliehen, Leandro Putaro soll sein Können ebenfalls erstmal woanders beweisen.

Sören Brandy und Christopher Nöthe wurde ein Wechsel wärmstens empfohlen, bisher ohne Erfolg.

 

Trotzdem misst der Kader einen Wert von 27 Spielern, ergo müssen 9 Spieler pro Spieltag mit einer Enttäuschung leben.

Jeff Saibene verkündete im letzten Transfersommer, dass er es am liebsten mit 20 Feldspielern und 3 Torhütern zu tun hat, auch in seinen Augen dürfte der Kader also um 4 Spieler zu groß sein.

4 Spieler dürften verkraftbar sein, wäre da nicht der etwas dysbalancierte Kader.

17 Spieler des Kaders spielen überwiegend im Mittelfeld bzw. Angriff, 10 in der Abwehr bzw. hüten das Tor.

Jetzt könnte man Siya und Ucar noch in die Abwehr verschieben und würde auf 15 zu 12 kommen, der Kernbestand bleibt aber bestehen.

Alleine für die Position des Stürmers stehen 7 Spieler bereit, obwohl nur 2 Positionen zur Verfügung stehen.

Schnell wird klar, auch Sören Brandy wird wohl keine große Rolle mehr spielen, glücklicherweise ist auch Brandy mit dieser Rolle vertraut und kann damit wohl umgehen.

Doch wie sieht es mit Quaschner, Schipplock und Owusu aus?

 

All diese Fragen bleiben offen und bieten Potenzial für mögliche Reibereien innerhalb des Kaders.

Wir vertrauen Jeff Saibene und sind froh darüber, dass er durch eine hohe Rotation stets die Laune des Kaders aufrecht gehalten hat und hoffen inständig, dass es auch in dieser Saison so bleiben wird.

Problemfälle a la Sporar und Teixeira gibt es in jeder Mannschaft und sind nicht weiter schlimm, sollten allerdings noch 1-2 Fälle dazu kommen, dann kann aus dem Luxus ganz schnell eine Qual werden, welche in vielen Problemen mündet…

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