Ein Kommentar zum Jugendleistungszentrum

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„Als Ausbildungsbetrieb für die Profis habe die Mannschaft nicht funktioniert, sei zudem viel zu teuer und besitze auch unter dem Druck der anstehenden Sanierung der Klubfinanzen keine Daseinsberechtigung mehr.“

 

Vor gar nicht allzu langer Zeit machte das Gerücht die Runde, dass die Amateur-Vertretung des DSC nach nicht einmal einem Jahr ein Comeback feiern könne.

Man sieht den neu eingeschlagenen Weg also schon jetzt als gescheitert an und versucht gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.

Meiner Meinung nach wäre dies der völlig falsche Weg, zu einem völlig falschen Zeitpunkt.

Die Durchlässigkeit zwischen U19-, und U23 Mannschaft haben wir bereits vor geraumer Zeit behandelt, den Erfolg der Bielefelder Amateure ebenso.

Nun hat sich einiges getan.

Eine U23 müsste im kommenden noch tiefer starten als man zu dem Zeitpunkt war, an dem Arminia die Entscheidung schloss eben jene aufzulösen.

Gleichzeitig wäre ein Aufstieg im ersten Jahr kategorisch ausgeschlossen und würde die erste Ligasaison zum besseren Trainingsspiel avancieren lassen.

In einer Zeit wo Zwanzigjährige Fußballer den Weltfußball dominieren und quasi Woche um Woche neue Altersrekorde aufgestellt werden, ist das Modell der U23 schlichtweg nicht mehr Salonfähig.

Gerade im Bezug auf Arminias Neu gewonnenes Problem.

Die U17 Mannschaft des DSC spielt eine vergleichsweise starke Saison und hat sich unter den besten 8 Mannschaften des Westen festgesetzt, durchaus beachtlich.

Ganz anders sieht dies bei der U19 Mannschaft aus, eine durchweg enttäuschende Saison mit frühem Pokalaus und 7 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer, SV Lippstadt wohlgemerkt.

Während Vereine wie Theesen und Rödinghausen in den Jugendbereichen immer häufiger auf ähnlichen, bzw. besseren Niveau agieren, muss der DSC tatsächlich aufpassen den Anschluss nicht zu verlieren.

In einer Zeit, in der Jugendspieler immer schneller immer mehr wollen, gibt sich kaum ein B-Jugend Bundesligaspieler damit zufrieden, „nur“ in der A-Jugend Westfalenliga zu agieren.

Dass die besten Spieler eines Jahrgangs an und für sich sowieso bei Schalke, Dortmund, Gladbach und Co. landen steht auf einem anderen Blatt und wird, ausgenommen von angenehmen Beispielen (Massimo, Staude…), wohl auf unbestimmte Zeit auch so bleiben.

Dass nun aber auch Vereine wie Rödinghausen und Theesen mit ähnlichen bzw. besseren (kurzfristigen) Perspektiven werben können, könnte für Arminia zum Problem werden.

Selbst wenn die U19 den Aufstieg noch packen sollte, gibt es auch hier kaum Spieler, die 2 Jahre in der A-Jugend Bundesliga spielen wollen, nur um dann den Schritt in die Senioren-Oberliga zu machen.

Arminia wollte den Weg ohne U23 gehen und hat ihn, zumindest ansatzweise, bereits positiv bestritten.

Mit Rehnen, Owusu und Putaro verlieh man drei hoffnungsvolle Talente und bietet allen drei die Möglichkeit in der 3.Liga zu spielen, deutlich rosigere Aussichten als in der Oberliga um den Klassenerhalt zu kämpfen.

Trotzdem wurde die Idee nicht gänzlich umgesetzt, Spieler wie Özkan, Ucar und Siya wären die optimalen Ausleihspieler, trotzdem hat man es in zwei Transferphasen nicht geschafft, diese an den richtigen Verein zu bringen.

Dabei liegt die Arminia in einer optimalen Region, quasi ein Schlaraffenland für Ausleihspieler, es gibt etliche Vereine auf Regional-, oder 3.Liga Niveau, welche in unmittelbarer Umgebung liegen und die Jugendspieler nicht einmal aus Ihrem Umfeld reißen würde.

 

Nun gibt es zwei Optionen:

Entweder der DSC hat es nicht geschafft besagte Spieler genug anzupreisen und dementsprechend einfach unzureichend versucht einen Leihverein zu finden…

 

ODER

 

Besagten Spielern wird die Qualität für 3.- bzw. 4.Liga nicht zugetraut, dies würde wiederum bedeuten, dass ein etwaiger Schritt in die 2.Bundesliga eher unwahrschenlich erscheint.

 

Die Liste von Spielern im Kader, welche im Normalfall für die U23 spielen würden, ist lang und bedeutet im Endeffekt verschenkte Entwicklungszeit, wohlgemerkt auf die aktuelle Jugendsituation bezogen.

Wenn man den eingeschlagenen Weg, nach dem Vorbild von Leipzig oder Leverkusen, wirklich zu 100% begehen will, dann muss genau hier angesetzt werden.

Man muss den Jugendspielern ein optimales Konzept aufzeigen welches ihnen die perfekte Entwicklung bietet, ansonsten kann man mit Vereinen wie Dortmund, Schalke und sogar Bochum schon früh nicht mehr mithalten.

Sollte die Problematik mit der A-Jugend nun noch dazu kommen bzw. bestehen bleiben, muss der DSC ernsthaft aufpassen, dass er auf Jugendebene nicht auch noch von Vereinen wie Rödinghausen und Theesen ein-, bzw. überholt wird.

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