Ein Kommentar, der den kritischen Beobachtern Mut machen soll…

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Ihr hab dieses flaue Gefühl im Magen, dass Unwohl droht und ihr diese Situation schon einmal erlebt habt?
 
Entwarnung:
Ihr seid nicht verrückt, sondern scheinbar einfach nur etwas erfahrener mit der Arminia-Historie, als Euer
Stehplatznachbar.
 
Was wir meinen?
Wir blicken einmal auf den Saisonverlauf zurück:
Die Arminia startet passabel in die Spielzeit und kann nach 7 Punkten aus 4 Spielen ordentlich Selbstvertrauen tanken, der Blick wird dementsprechend schnell eher nach oben, denn nach unten gerichtet.
Aus den folgenden 3 Partien werden erneut 5 Punkte geholt und man kann sich darauf ausruhen, lediglich eine Niederlage in 7 Partien erfahren zu haben.
Mit 12 Punkten und einer Tordifferenz von 11:10 sieht die Welt in Ordnung aus, 8 Punkte aus 10 Spielen müssen in der Hinserie folgen, dann hat man das Zwischenziel „20 Punkte“ erreicht.
Hier und da hadert man mit Fehlentscheidungen, so hätte man sogar noch mehr Punkte holen können (Bsp. Hamburg, Union und Magdeburg)
„Glückliche“ Siege wie gegen Darmstadt und mit Abstrichen Dresden werden als „Mentalitätsleistung“ gewertet und in keinster Weise hinterfragt.
Ab dem 8.Spieltag hagelt es Niederlagen und zunächst auch Ausreden.
Köln ist der Big Player, Bochum hat unverdient gewonnen, Fürth wurde durch individuelle Fehler verloren, Aue, Pauli und Duisburg waren Spiele auf Augenhöhe.
Der glückliche Punkt in Ingolstadt wird wiederum nicht hinterfragt, zu schwer war die Last auf den Schultern der Spieler, als dass man einen Sieg erwarten kann.
 
Und nach jedem Spiel ist die Floskel gleich: „Mund abwischen, Gespräche führen, alles besser machen und einfach wieder gewinnen!“
 
Wo sehen wir eine Parallele?
Schauen wir in die Saison 2013/14.
Nach 3 Spielen der Abstiegssaison besaß man 4 Punkte, nach 7 Spieltagen „(im Vergleich) lediglich“ 11.
Spätestens nach dem Offensivspektakel gegen Düsseldorf wurden die ersten Stimmen lauter, dass Arminia nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird, und Stefan Krämer den DSC in die 1.Bundesliga führen könnte.
Vielleicht müsste man sich im ersten Jahr mit Platz 4-7 begnügen, aber spätestens in der Saison 2014/15 wird der Aufstieg reine Formsache sein.
Es folgte (anders als aktuell) ein Sieg am 8.Spieltag und damit einhergehend Platz 3 mit 14 Punkten.
Und dann? Zwischen Spieltag 9 und 16 hagelte es 7 Niederlagen am Stück, ehe man gegen Frankfurt ein Erfolgserlebnis feiern konnte.
„Jetzt wird alles besser“, sagte man sich nach dem glücklichen Sieg (Tom Schütz‘ Siegtreffer war klar aus dem Abseits).
Nach zwei weiteren erfolgreichen Spielen (u.a ein 4:1 Sieg gegen Fürth), setzte es die nächste Niederlagenserie (4 an der Zahl) und final die Entlassung von Stefan Krämer.
Krämer Kritiker wurden, nach der kleinen Serie von 3 Partien ohne Niederlage, belächelt und für Wahnsinnig erklärt, bis zum Schluss wollte das Umfeld an Krämer festhalten, schließlich hatte der DSC ihm die komplette Historie zu verdanken. (Oder so ähnlich?)
 
Die Message, die erst zum Schluss kommen sollte, ziehen wir mal vor.
KEIN Angestellter, KEIN Trainer, KEIN Spieler und definitiv KEIN Manager ist größer als der Verein DSC Arminia Bielefeld.
Auch kein einzelner Fan, sondern alle (Fans) zusammen sind Arminia.
Diejenigen die bei Minusgraden in der 3.Liga einem Spiel gegen Aalen beiwohnten, die die auch in den Regionalligazeiten zum DSC gegangen sind.
 
Würde man allen „Legenden“ , allen wichtigen Torschützen, jedem rettenden Torhüter, eine Statue bauen, wir könnten wohl die Fläche bis nach Telgte „zuflastern“.
Krämer, Leonidas, Jonas Kamper, Artur Wichniarek, Christoph Kuhlmann, Ernst Middendorp, und ja vielleicht auch Jeff Saibene (setze hier deinen Spieler xy ein).
Was haben all die genannten Akteure gemeinsam? Richtig, sie haben den Verein früher oder später verlassen, oder mussten gehen (Ja, auch Jeff Saibene wird mit 70 nicht mehr an der Seitenlinie stehen können).
Wie gerne hätte man heute eine Elf aus Legenden und am besten 4 Trainer an der Seitenlinie?
Nur kann man eben nicht allen einen Vertrag auf Lebenszeit zusagen, nur weil sie eben symphatisch sind, oder auch großes geleistet haben.
Es gab größere Trainer in Bielefeld, als Jeff Saibene, es gab Rettungen die waren weitaus komplizierter (Stefan Krämer, Ernst Middendorp…)
Und ja es gab auch Trainer mit noch mehr Fachwissen, mit noch klügeren Ideen und mit noch mehr Weitsicht.
Letztendlich steht aber keiner dieser ehemaligen Trainer bei strömenden Regen auf dem Trainingsplatz von Werder Bremen (und schaut sich ein Spiel gegen Bremen II an) und sicherlich wird auch kaum ein ehemaliger Trainer bei einer Rettungsaktion mitmachen, wenn es dem Verein mal wieder (finanziell) schlecht geht.
 
… Nun gut, kommen wir zurück zum Vergleich.
 
Saison 2013/14:
Nach 8 Spieltagen: 14 Punkte, 15:12 Tore, Platz 3.
 
Saison 2018/19:
Nach 8 Spieltagen: 12 Punkte, 12:13 Tore, Platz 10.
 
Saison 2013/14:
Nach 14 Spieltagen: 14 Punkte, 18:27 Tore, Platz 17.
 
Saison 2018/19:
Nach 14 Spieltagen: 13 Punkte, 16:22 Tore, Platz 14.
 
Was bemerken wir? In der Saison 2013/14 waren noch mehr Punkte nötig, um nach 14 Spieltagen über dem Strich zu stehen, richtig.
Was noch? Es liegen kaum Unterschiede in den Saisonverläufen.
Zugegebenermaßen, 2013/14 wurde noch größerer Hurra-Fußball gespielt, die Abwehr präsentierte sich dementsprechend noch offener, aber auch hier kam die Phase, in welcher man den kompletten Spielstil umwarf (oder versuchte…) und sich auf die Verteidigung konzentrierte, ohne Erfolg.
Ebenfalls muss man sagen, dass die Kritikpunkte andere sind.
Stefan Krämer hielt an seinem System und seinen „Aufstiegshelden“ fest, Jeff Saibene tauscht hingegen munter durch und rotiert an jeder Ecke.
Dazu muss man aber auch sagen, dass die spielerische Klasse aktuell doch höher einzuschätzen ist, als in der Saison 2013/14.
Auch wenn es auffällig viele Konstanten gibt, die nun ein Deja-Vue feiern. (Ortega, Klos, Schütz, Salger).
Auch Samir Arabi hat eine solche Situation bereits erlebt und im Nachhinein eingeräumt, mit der Entlassung zu lange gewartet zu haben.
Es folgte mit Norbert Meier ein unerwarteter Kandidat,der das sinkende Boot zwar nicht retten, aber doch in eine der erfolgreichsten Zeiten der Vereinsgeschichte führen konnte.
Wer weiß, was ein Trainerwechsel bewirken wird, vielleicht stehen wir auch in 2 Jahren auf den Regionalligaplätzen dieser Republik (Braunschweig lässt grüßen).
Aber wenn einer dort steht, dann kein Samir Arabi, kein Jeff Saibene, sondern du und ich, und vielleicht auch Fabian Klos (Ja, ihm sollte man ein Denkmal bauen…).
 
Habt ihr also dieses flaue Gefühl im Magen und äußert es durch Kritik und Pfiffe, dann lasst Euch nicht von den „Optimisten“ unter uns einschüchtern, denn wenn ihr dieses Gefühl habt, dann stellt ihr den Verein über einzelne Personalien und blickt in die Zukunft, während sich andere eventuell von Namen, Sympathien, oder auch fehlender Historie-Kenntnis leiten lassen.
Der Satz „Wenn du schönen Fußball, oder Siege sehen willst, dann geh doch zum FC Bayern München, oder hör einfach auf zu meckern,“ sollte verboten werden, gerade wenn es ein Jugendlicher, der jüngst stolz seine erste Dauerkarte ergattert hat, zu einem 50.Jährigen sagt, der tatsächlich schon in Oberliga-, oder Regionalligazeiten anwesend war.
Vielleicht gibt es momentan eine Vielzahl von „Fahnenträgern“, die die Fahne mit Stolz tragen und „voll und ganz hinter der Mannschaft stehen“, die Frage ist letztlich nur, was passiert, wenn der DSC wieder in der 3.Liga spielt und nur 7.000 statt 15.000 ins Stadion gehen, woher kommt diese Differenz?
Ich denke der „gemeine Pessimist“ steht immernoch seinen Mann und meckert dann halt über schlechte Platzverhältnisse oder Touren nach Großaspach, der Fahnenträger ist dann aber vielleicht schon wieder weitergezogen, immer mit dem Credo „voll hinter der Mannschaft zu stehen“, also hinter der aktuellen, versteht sich….
 
Zum Schluss: Der Faktor „Geld“ darf keine Rolle spielen, schaut nach Sandhausen, Heidenheim, Aue, ja selbst nach Paderborn.
Arminia ist vom Budget her nicht so klein, wie es ständig erscheint, schließlich spielt der DSC seit 4 Jahren ununterbrochen in der 2.Bundesliga und für einen dauerhaften „Abstiegskandidaten“ alá Sandhausen, hat Arminia schlichtweg zu viel Tradition, also bitte schaut Euch die Entwicklung der letzten Spiele, vielleicht auch Saisons an und überlegt ob so eine kontinuierliche Weiterentwicklung aussieht.

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