Dynamo Dresden

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Das zweite Jahr ist immer das schwerste…

Eine alte Fußballerweisheit, welche schon Uwe Seeler predigte und in der Bundesligasaison 2016/17, durch die beiden Absteiger Ingolstadt und Darmstadt, wieder eindrucksvoll bestätigt wurde.
Düstere Aussichten also für Dynamo Dresden, die sich in der kommenden Spielzeit eben in diesem „verflixten zweiten Jahr“ befinden. Vergangene Saison sorgte der damalige Aufsteiger und Drittligameister aus Sachsen mehr als einmal für ordentlich Furore.
Über den frühzeitig feststehenden Klassenerhalt hinaus, spielten die Kicker von der Elbflorenz lange Zeit um die vorderen 3 Plätze mit, ehe sich gegen Ende der Saison das Spitzenquartett doch deutlich absetzte.
Letzten Endes landete man aber auf einem sehr guten fünften Platz, mit dem wohl vor der Saison die wenigsten gerechnet hätten.
Ganze 53 mal beförderten die Dresdner das runde Leder ins Netz. Dem gegenüber stehen allerdings auch 46 Einschläge in das eigene Gehäuse.

Langweilig wurde es bei Dynamo also nie und die Marschroute bzw. die Spielphilosophie des Trainers Uwe Neuhaus scheint klar offensiv ausgelegt zu sein.
Soll es aber für die Dresdener in dieser Saison für noch mehr als Platz 5 reichen, muss die Defensivarbeit auf jeden Fall deutlich verbessert werden.
Dieses offensichtliche Problem ging der Trainer schon in der laufenden letzten Saison an, indem vermehrt das schnelle Kontern aus einer sicheren Abwehr heraus trainiert wurde.
Jetzt hatte Neuhaus eine ganze Vorbereitung Zeit und man darf gespannt sein, ob die Dresdner die Gegentor-Flut in den Griff kriegen.

Personell hat sich in der Defensive der Dynamos über die Sommerpause hinweg allerdings wenig getan.
Mit dem von St.Pauli aussortierten Sören Gonther, wurde nur ein einziger Abwehrspieler verpflichtet.
Mit seinen 30 Jahren gehört dieser schon zum älteren Eisen, dürfte den Dresdenern aber trotzdem weiterhelfen und als guter Transfer gewertet werden.

Desweiteren verpflichteten die Sachsen die Offensivmänner Patrick Möschl (SV Ried), Sascha Horvath (Sturm Graz), sowie den mit 14 Treffern drittbesten Torschützen der abgelaufenen Drittligasaison Lucas Röser (Sonnenhof Großaspach).
Zudem wurde Rico Benatelli aus Würzburg in die Landeshauptstadt gelockt.
Dem gegenüber stehen 11 Abgänge, von denen mindestens 3 in der abgelaufenen Zweitligasaison absolute Leistungsträger darstellten.
Am schmerzhaftesten dürften sicherlich die Abgänge von Toptorjäger Stefan Kutschke (Ingolstadt) und Akaki Gogia (Union Berlin) wirken.
Dass beide zu direkten Liga-Konkurrenz wechseln macht das Ganze nicht erträglicher.
Nennenswert natürlich noch Nils Teixeira, welcher sich Arminia Bielefeld anschloss.

Verglichen zu den vielen Abgängen, erscheint das was Dynamo auf dem Transfermarkt getätigt hat etwas mager.
Vor allen Dingen für die Schwachstelle Defensive, hätte manch einer sicherlich mit mehr gerechnet.
Stefan Kutschke wird wohl nicht zu ersetzen sein.
Der Transfer von Luca Röser klingt vielversprechend, doch muss dieser auch erst einmal Zweitliga-Tauglichkeit beweisen.
Der noch junge und talentierte Erich Berko hat reichlich Entwicklungspotenzial doch ist ebenfalls kein klassischer Mittelstürmer und ob Pascal Testroet an einen Stefan Kutschke in Bestform heran reicht, bleibt erstmal offen.
Einige, die es mit Dynamo halten, hätten noch gerne einen dritten echten Stürmer verpflichtet, was vermutlich auch die Gerüchte um Fabian Klos angeheizt hat.

Die Vorfreude der Fans auf die neue Saison scheint ungebrochen.
Erneut wurden alle 17.000 Dauerkarten verkauft.
Das Trainingslager verbrachten die Schwarz-Gelben in Bad Gögging in Bayern.
Die Testspielergebnisse kann man als durchwachsen bezeichnen.
Achtungserfolge konnte man gegen den VFB Stuttgart (2:1) und Slovan Liberec (3:0) verzeichnen.
Letzteres war auch der einzige Test ohne Gegentreffer.

Wie immer wird auch für Dynamo ein guter Start in die Saison von immenser Bedeutung sein.
Da es anfangs gegen Duisburg, Pauli, Bochum, Sandhausen, Fürth, Regensburg und Bielefeld geht, scheint das durchaus realistisch. Allerdings stehen die Sachsen damit auch schon unter Druck, denn leistet man sich einen Fehlstart, wird es vermutlich schwer gegen die großen Kaliber in Tritt zu  kommen.

Dynamo hat gezeigt, dass sie einen guten Kader haben der durchaus für Aufsehen sorgen kann.
Allerdings sind sie in der kommenden Saison kein Neuling mehr und die Gegner werden sich besser auf Dresden einstellen können.
Der Überraschungseffekt des frechen Aufsteigers fällt weg, die Defensivschwäche sowie die Verluste wichtiger Stützen der Mannschaft wiegen schwer und konnten auf dem Papier erst einmal nicht adäquat ersetzt werden.

Und dann ist da ja auch noch dieses verflixte zweite Jahr…

Unserer Meinung nach, wird Dresden nicht an die famose letzte Saison anknüpfen können und sich im Mittelfeld wiederfinden.
Tendenz nach unten.

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