DSC Arminia Bielefeld

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Die Sehnsucht nach der Vergangenheit…

In Bielefeld stand erneut ein mittelschwerer Umbruch an.

Seitdem Norbert Meier die Mannschaft vor einem Jahr im Stich ließ, scheiterten Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny eindrucksvoll, bevor Jeff Saibene das Ruder im letzten Moment herum reissen konnte.

Genau jener Jeff Saibene war nun auch Anführer des Umbruchs.

So schien er der erste gewesen zu sein, dem der seit mehreren Jahren chronisch überfüllte Kader ein Dorn im Auge war.

Insgesamt verließen 13 Spieler den Verein, während „nur“ 7 Spieler verpflichtet wurden.

Mindestens ein Zu- und Abgang befinden sich allerdings noch in der Schwebe.

Der Kader wurde zudem nicht nur verkleinert, es wurde auch versucht den Altersschnitt zu senken.

So beträgt das Durchschnittsalter der Abgänge 26 Jahre, die Zugänge sind hingegen im Durchschnitt 23,3 Jahre alt.

Die Zugangsseite wird durch 2.Liga Erfahrung definiert, so spielten fünf Akteure bereits in der letzten Saison innerhalb der 2.Bundesliga, Konstantin Kerschbaumer spielte auch in einer 2.Liga, allerdings in der aus England.

Heraussticht hier natürlich Andraz Sporar, welcher letzte Saison sowohl in der Champions League, als auch in der 1.Schweizer Liga agieren durfte.

Stichwort 1.Liga, in eine solche kehrte Reinhold Yabo zurück, sein Stammverein Salzburg nahm ihn nach der Leihe erwartungsgemäß wieder auf.

Spielerisch gesehen natürlich ein herber Verlust für die Arminia, drehte der Deutsch-Senegalese schließlich, gerade im Endspurt der Saison, vollends auf.

Ansonsten verließ kein Leistungsträger die Schwarz-Weiß-Blauen, mit Abstrichen könnte man hier noch Torhüter Wolfgang Hesl einbeziehen, dessen Leistungen allerdings auch eher als schwankend bezeichnet werden dürfen, dies gilt allerdings für die komplette Defensive.

Diese Defensive bildet auch den Knackpunkt in Bielefeld, so kassierte man in der letzten Saison 54 Gegentore, dieser Wert wurde nur noch durch den KSC getoppt (56).

Trotzdem ist der Großteil der Neuzugänge Offensiv orientiert und das, obwohl die 50 geschossenen Tore der Vorsaison Platz 5 bedeuten.

Einzig und allein Hannover, Stuttgart, Union und Dresden konnten mehr Tore erzielen.

Braunschweig schaffte es hingegen mit 50 Toren in die Relegation, gleichzeitig stieg der DSC in der Saison 2003/2004 mit derselben Anzahl an Toren in die 1.Liga auf.

In Bielefeld sehnt man sich nun wieder nach einer ruhigeren Saison.

Diese Saison soll aber trotzdem spannend genug sein und bitte nicht so viele 0:0 enthalten wie vor 2 Jahren.

Gleichzeitig soll die Mannschaft offensiver agieren, bei gleichzeitig deutlich stabilerer Defensive.

Die Bratwurst soll bitte nur 2€ kosten und der Zuschauerschnitt bei über 20.000 liegen, trotzdem möchte jeder ohne Probleme an seine Karte kommen, ohne stundenlanges anstehen versteht sich.

So sind die Ostwestfalen und wer sie kennt, der kennt auch ihre überschwängliche Euphorie, bei gleichzeitig sehr tief sitzender Enttäuschungs-Schwelle.

Es wäre also nichts neues, wenn diese Euphorie nach eventuell 2 semi-guten Spieltagen komplett umschwenkt und in ein erbostes „Ich hab es euch gesagt, mit diesem Trainer und dieser Mannschaft werden wir nichts erreichen!“ mündet.

Bisher konnte man dieses Schauspiel nur im Fanlager bestaunen, allerdings ließ Präsident Laufer kürzlich verlauten, dass er einen „einstelligen Tabellenplatz erwartet“, eine durchaus überraschende Aussage, die Druck erzeugt und Angriffsfläche bietet.

An dieser Stelle hätte ein „erhoffe“ besser gepasst, als es ein „erwarte“ tut.

Jeff Saibene hingegen berichtete von einer Aufstiegsprämie innerhalb seines Vertrags und Plattformen wie „Reviersport.de“ schoben der Arminia bereits die Rolle des Geheimfavoriten zu.

In unseren Augen ist dies alles ein wenig zu optimistisch, auch wenn man für Aussagen eines Mediums als Verein natürlich nichts kann und Trainer Saibene den Satz eher flapsig, sowie beiläufig erwähnt hatte, so sollte man die Kirche nach einer Last-Minute Rettung erstmal im Dorf (Bielefeld ist eine Großstadt!) lassen.

Die Niederlage in der Generalprobe gegen Norwich City war dabei ein angebrachter Dämpfer, da er die Erwartungshaltung ein wenig heruntergeschraubt haben sollte.

Die sonstige Vorbereitung verlief nämlich fast zu gut.

Arminia Bielefeld bezwang unter anderem Rubin Kazan mit 4:0 und konnte auch gegen den Tschechischen Zweiligisten FK Pribram überzeugen (5:1).

Trotzdessen, dass Jeff Saibene zumeist alle 22 verfügbaren Akteure einsetzte, konnte die Vorbereitung positiv gestaltet werden.

Einzig der 1:3 Dämpfer gegen Norwich, sowie die 0:1 Niederlage gegen Ufa, bei welcher allerdings tendenziell eher die hinten anstehenden Akteure eingesetzt wurden, belasten die weiße Weste.

Zieht man nun ein kleines Fazit, im Bezug auf die Vorbereitung, so bleibt festzuhalten, dass sicherlich nicht alles Gold ist was glänzt.

Von den sieben verpflichteten Akteuren stehen momentan höchstens drei vor einem Startelfdebüt gegen Regensburg, so scheint es, als seien noch nicht alle Akteure zu 100% in Bielefeld angekommen.

Es wartet also definitiv noch Arbeit.

Insgesamt spricht die, im Vergleich zum Vorjahr, ruhige Vorbereitung für den Sportclub der Ostwestfalen.

Der Kader wurde zurecht verkleinert und mit verheißungsvollen Talenten, sowie halbwegs gestandenen 2.Liga Spielern aufgefüllt.

Die Euphorie ist nicht vollends unberechtigt, da mit Jeff Saibene nun ein Mann das Sagen hat, welcher durchaus schon bewiesen hat, dass er ein fundiertes Fachwissen, sowie über enorme Kompetenz verfügt.

Allerdings muss auch dieser erst einmal eine komplette Saison in Deutschlands zweithöchster Spielklasse absolvieren, um dies zweifelsfrei nachzuweisen.

Natürlich ist die Sehnsucht nach der Bundesliga groß, doch trotzdem wäre man in Ostwestfalen gut beraten, wenn man einen Schritt nach dem anderen geht und die Erwartungshaltung so niedrig wie möglich hält.

Wohin eine zu hohe Euphorie führen kann hat man erst in der letzten Saison gesehen, als viele in Rüdiger Rehm bereits den „Messias“ sahen.

Wir trauen der Arminia zu, sich ein Platz im gesicherten Mittelfeld zu erspielen, von welchem man mal mehr nach oben und mal mehr nach unten schauen muss.

Mit dem Abstiegskampf wird diese Mannschaft, in unseren Augen, nicht in Berührung kommen, für den Aufstiegskampf reicht die Qualität aber letztlich, im Normalfall, auch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

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