Das verflixte erste Tor

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Die Arminia tritt auf der Stelle, 12 Punkte nach 9 Spielen sind in Ordnung, aber eben auch nicht mehr als Durchschnitt, wenn man den Worten von Jeff Saibene Glauben schenken mag.

Und genau dieser Umstand lässt auch das Fanlager ein wenig auseinander gehen, denn…

Da wären einmal die Fans, welche man mit der Aussage: „Auf dem Boden geblieben“ beleidigen würde, weil sie in jedem gewonnenen Punkt nur einen weiteren Schritt in Richung 40-Punkte Marke sehen, und das obwohl man die Arminia mittlerweile definitiv als gestanden 2.Ligisten mit Ambitionen bezeichnen dürfte, und dann wäre da die andere Seite, welche sich einen Fortschritt wünscht und jüngst wieder, ob der kleinen Ergebniskrise, in Wut-Tiraden auszuschweifen drohte.

Der große Vorteil vom DSC, Jeff Saibene dürfte irgendwo in der Mitte einzuordnen sein und damit die Waage im Gleichgewicht halten, denn was „Le Chef“ erzählt, nehmen die Anhänger glücklicherweise zumeist an.

Doch auch Jeff Saibene stößt aktuell, womöglich zum ersten Mal in seiner hiesigen Amtszeit, auf größere Probleme.

In unglaublichen 7 der letzten 13 Zweitligapartien blieb die Arminia ohne ein eigenes Tor, in den vorhergehenden 30 Spielen (Saison 2017/18 Spieltag 1-30) blieb die Arminia, logischerweise mit dem selben Kader, lediglich 3 Mal ohne eigenes Tor!

Dies war lediglich am katastrophalen Spieltag gegen Duisburg (0:4), sowie beim 0:0 gegen Fürth und der 0:2 Niederlage gegen den späteren Aufsteiger Nürnberg der Fall.

Insgesamt gab es unter Jeff Saibene also 10 „negative Zu-Null“-Spiele in 52 Ligapartien, also definitiv kein Fall einer zu defensiven Spielweise, trotzdem wirft die Ausbeute von 7 Torlosen-Spielen innerhalb der letzten 13 Liga-Begegnungen einige Fragen auf.

Dies ist dem Cheftrainer selbstredend auch aufgefallen, zumindest lassen sich so öffentliche Kritik und Dauerrotatation erklären, allerdings scheint sich das Offensivproblem nicht in den Griff kriegen zu lassen.

Voglsammer und Klos kommen zusammen auf 4 Saisontore und haben damit „nur“ 2 Tore weniger geschossen, als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison, trotzdem lassen sie die absolute Kaltschnäuzigkeit, im Zusammenhang mit Großchancen, vermissen.

In der Gesamtbetrachtung lässt sich überhaupt kein Unterschied erkennen, in der letzten Saison hatte der DSC 13 Tore nach 9 Spielen, in diesem Jahr auch, allerdings traf man in der letzten Saison in 8 unterschiedlichen Partien und in dieser Saison in lediglich 6.

Auch dies ist ein Grund dafür, dass nun eben statt 17 Punkten nur 12 Punkte auf der Haben-Seite hat, obwohl man nur ein Gegentor mehr als in der letzten Saison kassierte.

Die Lösung?

Man könnte sich auf eine Formsteigerung von Voglsammer verlassen oder Klos wieder einmal vermehrt in Abschlussszenen bringen, doch so einfach wird das Problem wohl kaum zu lösen sein.

Ein deutlich größeres Problem lauert nämlich im Hinblick auf den „Dosenöffner“.

„Mister 1:0“-Voglsammer hat zuletzt am 30.Spieltag der Vorsaison zum 1:0 treffen können, bei Fabian Klos ist dies, betrachtet man lediglich Ligaspiele, bereits 20 Monate her, am 03.02.2017 traf er gegen 1860 München zuletzt zum 1:0, damaliger Trainer war im übrigen Jürgen Kramny.

Ohnehin hat die Arminia gehörige Probleme in Führung zu gehen, genauer gesagt ging man in nur 2 der letzten 15 Liga-Partien in Führung, konnte in Folge dessen beide Spiele gewinnen.

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast, denn…

Wenn man den Rahmen etwas erweitert, dann kommt man auf 7 „1:0-Treffer“ in den letzten 21 Begegnungen.

An den Spieltagen 23,24,26,27 und 28 der Vorsaison konnte man nämlich immer den Führungstreffer erzielen, auch hier also kein Fall von „Können-die-einfach-nicht“.

Wenn man nun einen Blick auf die unten stehende Tabelle wirft, dann fällt einem auf, dass insgesamt 14 (aktive) Spieler für Arminia ein 1:0 erzielen konnten, davon aber 6 als „Einzeltäter“ und 3 weitere als, sarkastisch gesprochen, „versehentliche“ Doppeltäter agieren.

Ein Großteil der Arbeit bleibt also definitiv an Klos und Voglsammer hängen, gerade wenn die Räume eng stehen und sich beide Mannschaften abtasten.

Deutlicher wird dies, wenn man die „Durststrecke“ von Voglsammer (13 Spiele) und die Gesamtbetrachtung (2×1:0 in den letzten 15 Begegnungen) nebeneinander legt.

Betrachtet man nun ein bisschen gründlicher die Taktik, mit welcher die Gegner gegen Arminia vorgehen, dann kann man feststellen, dass genau dieses „Räume eng machen“ ein Tagesordnungspunkt bei allen Gegnern ist.

Selbst Köln agierte defensiv höchst diszipliniert und zog dem DSC so schließlich den Zahn.

Um nicht zu taktisch zu werden, stellen sich nun zwei Fragen:

Wie schaffe ich ordentliche Räume,

ODER

Wie schult man die Fähigkeit des „Dosenöffnens“…???

 

Dosenöffner 15.10.2018

SpielerGewertete SpieleTore in diesen SpielenDavon "Dosenöffner"LetztmalsProzentual
Fabian Klos254100271.Runde Pokal [17/18]27%
Christopher Nöthe48813.Spieltag [15/16]12,50%
Simun Edmundsson9212.Spieltag [18/19]50%
Keanu Staude64522.Spieltag [17/18]40%
Andreas Voglsammer88231230.Spieltag [17/18]52,12%
Prince Owusu6211.Runde Pokal [18/19]50%
Stephan Salger1793215.Spieltag [12/13]66,66%
Julian Börner12916327.Spieltag [17/18]18,75%
Tom Schütz23319622.Spieltag [17/18]31,47%
Leandro Putaro362116.Spieltag [17/18]50,00%
Florian Hartherz714224.Spieltag [17/18]50%
Patrick Weihrauch404123.Spieltag [17/18]25%
Brian Behrendt834128.Spieltag [17/18]25,00%

Ein Gedanke zu „Das verflixte erste Tor

  1. Man sollte auch berücksichtigen, das wir diese Saison viel Pech mit den Schiris hatten. Mehrere Elfmeter nicht bekommen, und klare Platzverweise( Pollersbeck, Erdmann) nicht gegeben. Wenn wir hier etwas mehr Glück gehabt hätten, wären 4-5 Punkte mehr auf unserem Konto und es würde gar keine Diskussion geben.

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