6.Spieltag gegen den SV Darmstadt 98 [SdS Voglsammer]

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Spielerbewertungen DSC Arminia Bielefeld vs. SV Darmstadt 98

Eigentlich darfst du es niemanden erzählen, dass du am Böllenfalltor drei Tore schießt und am Ende mit null Punkten heimfährst.

In einer, über weite Strecken, an sich ordentlichen Partie schafft es die Arminia letztendlich nicht sich zu belohnen.

In großer „Rehm-Manier“ reißt man hinten das ein, was man sich vorne erarbeitet.

So steht die Arminia nach dem 6.Spieltag erneut mit der schlechtesten Abwehr der Liga da und kassierte innerhalb der letzten zwei Begegnungen acht Gegentore.

Viel beängstigender ist der Fakt, dass sechs dieser acht Gegentore in Hälfte zwei gefallen sind.

Fangen wir von vorne an, an sich ein ordentlicher Beginn der Männer in Schwarz.

Die Marschroute war schnell zu erkennen, so wurde die 0:4 Packung des letzten Wochenendes schnell aus den Köpfen geschafft und die Brust aufgepumpt.

Von hinten reinstellen war nichts zu sehen, stattdessen wurde das typische Pressing forciert.

Bis auf zwei Halbchancen in Minute 12 und 27, beide für Darmstadt, war nicht viel zu vermerken und so wurde die erste halbe Stunde eigentlich gänzlich zum abtasten genutzt.

Quasi mit Beendigung der ersten halben Stunde fing der verrückte Vormittag dann an.

Denn just in Minute 30 steht Andreas Voglsammer goldrichtig und erzielt den 0:1 Treffer, quasi aus dem nichts.

Durchatmen angesagt!

Denkst du!

Keine Minute später und postwendend liegt der Ball erneut im Netz, diesmal allerdings im falschen.

Großkreutz nutzt ein Totalversagen der Bielefelder Defensive und stellt die Uhr auf null.

Na gut, dann eben mit dem Unentschieden in die Pause gehen!

Auch wer sich das gedacht hatte, lag falsch.

Lediglich vier Zeigerumdrehungen später erzielte Fabian Klos in gewohnter Manier den 2:1 Führungstreffer für die Arminen, in einen nun doch turbulenten und auch ansehnlichen 2.Ligaspiel.

Turbulent weil auch der Schiedsrichter anscheinend seinen Teil dazu beitragen wollte, in klarer Überzahlsituation pfeift der junge Student einen Angriff der Bielefelder zurück und nimmt ihnen damit einen klaren Vorteil.

Kurz vor der Halbzeit hätte man hier auf 3:1 stellen können, wer weiß wie das Spiel dann ausgegangen wäre.

Sei’s drum, mit 2:1 geht es in die Kabinen und jeder Armine konnte relativ Stolz sein, in Anbetracht des beherzten Auftretens der Mannschaft.

Was dann in den Pausentee der Arminen gemischt wurde bleibt fraglich, doch vom Auftreten der ersten Halbzeit war nicht mehr viel zu erkennen.

So schaffte man es nicht den Offensivdrang hoch zu halten, gleichzeitig stand man hinten aber auch nicht sattelfest.

Gleich in Minute 46 offenbarten sich große Lücken in der Bielefelder Hintermannschaft, noch ohne Folge.

Die Umstellung von Darmstadt, von einem 4-2-3-1 zu einem 4-4-2, machte sich schnell bemerkbar und stellte Arminia vor große Probleme.

Den 2:2 Ausgleich hingegen geht eine Standardsituation hervor, ob man den Freistoß wirklich geben muss, bezweifeln wir zumindest, klar bleibt allerdings auch, dass man diese Situation mindestens zwei bis drei Mal klären kann bzw. muss!

Ähnlich läuft auch der 2:3 Treffer ab, mehrere Individuelle Fehler und Schläfrigkeiten laden Kevin Großkreutz förmlich ein, der Weltmeister bedankt sich und schnürt den Doppelpack.

Sichtlich getroffen reagierte die Mannschaft.

Jeff Saibene bemerkte dies und wechselte, innerhalb von 13 Minuten, alles ein, was möglich war.

Allerdings brach in der Offensive einiges weg, als Weihrauch Klos und Voglsammer den Platz verließen.

Lediglich eine wirkliche Chance konnte man noch vermerken, die Einzelaktion von Staude hätte sicherlich einen Treffer verdient gehabt.

Das 4:2 brach der Arminia natürlich das Genick und riss Wunden des Jahres 2014 auf.

Erneut wirkt die Hintermannschaft wie in Trance und nun trifft sogar Sobiech.

Dass die Ostwestfalen nach dem 4:2 trotzdem weiterspielten ist ihnen hoch anzurechnen, der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit dann natürlich trotzdem nur noch Makulatur.

Einige Fans werden Sören Brandy trotzdem Dankbar seien, dass es nicht 4:2 ausging, sondern wenigstens 4:3.

Nochmals einen Satz zum Schiedsrichter, insgesamt schien der Großteil an 50/50 Situation zu Gunsten von Darmstadt gepfiffen zu werden, ein Kevin Großkreutz hatte anscheinend auch einen Weltmeisterbonus.

Schien mit der erhitzten Stimmung nicht ganz umgehen zu können, die Situation vor dem vermeintlichen 3:1 Treffer setzt dem Ganzen die Krone auf und darf nicht passieren!

Insgesamt wirft das Spiel aber auch abseits des Schiedsrichters einige Fragen auf.

Wieso gab es in der zweiten Halbzeit erneut eine solche Gegentorflut?

Was ist mit der Defensive passiert, die an den ersten 4 Spieltagen lediglich drei Gegentore bekam?

Und

Wieso sind die Bankspieler von der Qualität scheinbar meilenweit vom Stamm entfernt?

Zieht man einen Strich unter die Partie, dann kann man am Böllenfalltor sicherlich keinen Punkt erwarten, betrachtet man allerdings die geschossenen drei Tore und die zweimalige Führung, dann tut es weh, nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen zu haben.

Für die Englische Woche gilt es jetzt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Defensive zu stärken.

Geht man am Ende der Woche mit vier Punkten und damit 14 nach 9 Spieltagen heraus, dann steht man voll im Soll und kann zufrieden sein.

Stichwort „Rehm-Manier“, man sollte aufpassen, dass man nun nicht in eine Negativspirale rutscht und in „Schönheit stirbt“.

 

Stefan Ortega:

Erwischte heute ausnahmsweise keinen guten Tag.

Bereits in Minute 12 machte der Torhüter einen schwachen Abschlag und brachte seine Hintermannschaft ins Schwimmen.

Beim 1:1 sieht er nicht gut aus, beim 2:2 auch halbwegs unglücklich und das 2:4 muss man ihm dann wohl anrechnen.

Auch sonst ungewohnte Unsicherheiten in der Spieleröffnung und keine gute Strafraumbeherrschung.

Sicherlich fehlten ihm heute auch die Szenen, in welchen er sich auszeichnen konnte, aber insgesamt kein gutes Spiel.

Was man ihm aber sicherlich auch mal erlauben darf.

 

Note: 5

 

Nils Teixeira:

Fing eigentlich sehr gut an und strahlte Sicherheit aus.

Mit seiner Flanke zum 2:1 garnierte er seine gute Leistung und ließ etwaige Außenverteidigerdiskussionen verstummen.

In Halbzeit zwei ließ er sich allerdings vom Rest der Hintermannschaft anstecken und spielte teils hanebüchene Fehlpässe.

Beim 2:3 vielleicht einen Tick zu nachlässig in der Zweikampfführung.

Danach war bei ihm die Luft raus.

Allerdings in unseren Augen, gerade offensiv, eine couragierte Leistung des Rechtsverteidigers.

Auch an den Gegentoren weitestgehend unbeteiligt.

Sicherlich aber ausbaufähig.

 

Note: 4

 

 

Brian Behrendt:

Eigentlich kann man die Innenverteidigung heute nur als Verbund bewerten, beide erwischten einen schwarzen Tag.

Von der gewohnten Sicherheit war bei Behrendt wenig zu sehen, oft klärte er überhastet oder offenbarte fehlende Übersicht.

In der Offensive vermehrt mit überflüssigen Schussversuchen, welche den Gegner immer wieder Kontermöglichkeiten ermöglichte.

An sich, in unseren Augen, noch einen Tick besser als sein Nebenmann, aber doch weit entfernt von der Normalform.

 

Note: 5

 

Julian Börner:

In unseren Augen momentan meilenweit vom Julian Börner der letzten Saison entfernt.

Gewinnt kaum ein Kopfballduell und strahlt generell nicht die Ruhe eines Abwehrchefs und Kapitän aus.

Beim 1:1 klärt er den Ball unzulässig und verliert dann das Kopfballduell.

Auch in die Offensive, Stichwort Spieleröffnung, wenig Akzente.

Fängt sich immer wieder für kleinere Phasen, hat dann aber wieder einen Lapsus eingebaut.

Wir hoffen, dass sich Jule bald wieder fängt und die Abwehr im gewohnten Maß stabilisieren kann.

 

Note: 5

 

Florian Hartherz:

Schien zu Beginn von Patrick Weihrauch zu profitieren und absolvierte eine gute Partie.

In Minute 12 und 27 reagiert er gut und bewahrt die Arminia vor einem möglichen Rückstand.

Offensiv auch nicht gänzlich abwesend und durchaus präsent.

Sein Freistoß, welcher auf dem Netz landete, ist hier nur eine Szene.

In der zweiten Halbzeit dann aber die gewohnten Schwächen, in vielen Szenen zu weit vom Gegenspieler entfernt.

Trotzdem eigentlich nur am 2:4 mit einer klaren Teilschuld, ansonsten hielt er die Seite halbwegs sauber.

 

Note: 4

 

Konstantin Kerschbaumer:

An sich eine gute Leistung, wobei man auch hier die beiden „Sechser“ im Verbund bewerten könnte.

Beide wieder mit Licht und Schatten.

Verpassten es allerdings erneut, das Zentrum komplett dicht zu machen und ermöglichten so viele Chance, zumindest passiv.

Kerschbaumer war am 1:0 beteiligt, am 1:1 wiederum auch.

Insgesamt aber mit ordentlich Offensivdruck, ein guter Pass von ihm ermöglichte den 3:4 Anschlusstreffer.

Auch bei der schönen Einzelaktion Staudes war Kerschbaumer beteiligt.

Defensiv nicht immer sattelfest, aber beispielsweise in Minute 46 direkt hellwach.

Insgesamt gehörte er in unseren Augen zu den besseren und erreichte halbwegs Normalform.

 

Note: 3

 

Manuel Prietl:

Siehe bei Kerschbaumer.

Vielleicht insgesamt einen Tick unauffälliger, wenn auch Vorbereiter des 3:4 Treffers.

Unauffällig soll bei Prietl gar nicht Mal ein schlechtes Attribut sein, denn viele seiner Aktionen sind eher unauffällig, was allerdings nicht mit unwichtig gleichgesetzt werden sollte.

Defensiv immer wieder mit wichtigen Ballgewinnen, welche er immer wieder in Konter umzusetzen versuchte.

Auch Prietl hat, in dieser Defensive, halbwegs Normalform erreicht und kann durchaus hervorgehoben werden.

Trotzdem bleibt die Frage, ob ein Tom Schütz die Doppelsechs nicht doch merklich stabilisieren würde!

 

Note: 3

 

Christoph Hemlein:

Bekam den Vorzug vor Keanu Staude und schien diesen auch direkt nutzen zu wollen.

In gewohnter Manier beackerte er die Rechte Seite und konnte dieses Mal auch durch die ein oder andere gefährliche Flanke auf sich aufmerksam machen.

Leider konnte keiner dieser Flanken zu etwas Zählbaren führen, ansonsten hätte man sicherlich auch wieder über eine bessere Bewertung nachdenken können.

Unter dem Strich bleibt aber die Ineffizienz stehen, so bleibt Hemlein heute der einzige Offensivakteur ohne Scorerpunkt.

Seine Leistung kann man darüber definitiv nicht schmälern, schließlich war er am 2:1 Treffer beteiligt, doch ein wenig mehr Torgefahr würden wir uns dann doch wünschen.

Über die 90 Minuten aber dann doch ständig der aktivste.

 

Note: 3

 

Patrick Weihrauch:

Auf ungewohnter Position fand er sich schnell ein und harmonierte mit Hartherz überraschend gut.

In der ein oder anderen Szene noch zu verspielt, allerdings immens wichtig für das Offensivspiel der Ostwestfalen.

So sammelte er erneut einen Scorerpunkt, indem er das 1:0 Schulbuchmäßig vorbereitete.

Fiel in der zweiten Halbzeit dann aber doch ein wenig ab, was Jeff Saibene dann auch reagieren ließ.

Insgesamt kann man an dem Auftritt der Nummer 7 aber eigentlich keine Kritik üben, diese war durchaus passabel!

 

Note: 3

 

Fabian Klos:

Chancenverwertung: 100%

Hat es momentan nicht so einfach, in seiner Rolle als „Zehner“ und war trotzdem erneut ein wichtiger Bestandteil des Offensivspiels.

Voglsammer und Klos ergänzen sich mittlerweile Blind, dass offenbarten die Einwechslungen und der damit zusammenhängende Einbruch des Offensivspiels.

Zudem erfreulicherweise auch mal wieder als Torschütze in Erscheinung getreten.

Die Auswechslung in Minute 73 hat dem Stürmer sicherlich nicht gut geschmeckt, so gut kennen wir Fabi dann ja doch.

Für das verlorene Kopfballduell vor dem Ausgleichstreffer wollen wir ihm keinen Vorwurf machen.

Insgesamt durchaus passabel, wenn auch in Hälfte eins auffälliger, als in Hälfte zwei.

 

Note: 3

 

 

Andreas Voglsammer:

„Mister 1:0“ hat wieder zugeschlagen!

Eiskalt markiert er den Führungstreffer in Minute 30 und wirkt auch abseits dieses Treffers omnipräsent.

Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle auch der Leistungsabfall in Halbzeit zwei.

Trotzdem müssen wir unsere Meinung revidieren, ein Voglsammer in dieser Form kann durch einen Sporar wohl nicht ersetzt werden.

Sicherlich spielt da der Fakt, dass Vogi nun auch wieder häufiger trifft, mit ein.

 

Note: 3

 

Keanu Staude:

Kam herein und konnte in einer Szene sein Können offenbaren.

Der sehenswerte Distanzschuss, nach starken Dribbling, hätte sicherlich ein Tor verdient gehabt.

Ansonsten schaffte er es nicht, den Darmstädter Offensivdrang zu beenden.

Es wäre allerdings auch vermessen, wenn man erwartet, dass ein Offensivspieler alleine dies bewältigen kann.

 

Note: Ohne Bewertung

 

Andraz Sporar:

Hing völlig in der Luft.

Die Ballaktionen des Slowenen kann man an einer Hand abzählen und die Einwechslung verpuffte vollkommen.

 

Note: Ohne Bewertung

 

Sören Brandy:

Brachte vielleicht noch am meisten Schwung und traf, Herzlichen Glückwunsch dazu, zum 3:4 Endstand.

Wirklich Einfluss auf die Partie konnte der Stürmer allerdings auch nicht nehmen, vielleicht ist hier aber auch ein Knoten geplatzt.

 

Note: Ohne Bewertung

 

Euer Spieler des Spiels: Andreas Voglsammer!

 

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End date 01-01-2017 23:59:59
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