1.FC Nürnberg

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Back to the Roots…

Der einst so ruhmreiche Club aus Nordbayern, hängt nun auch schon wieder seit drei Saison in der zweiten Bundesliga fest.

Zu lange, vor dem Hintergrund der glorreichen Geschichte und dem eigenen Anspruch mindestens unter den besten 18 Mannschaften Deutschlands zu spielen.

Vorletzte Saison wäre der Aufstieg beinahe geglückt, doch man scheiterte in der Relegation an Eintracht Frankfurt.

Was folgte war die schlechteste Zweitligasaison seit mehr als 20 Jahren, in der der Blick eher nach unten als nach oben gerichtet werden musste. Wunschtrainer Alois Schwartz, der den SV Sandhausen ziemlich unrühmlich verließ um den FCN zu trainieren, scheiterte vorzeitig und wurde entlassen. Man bediente sich mit Michael Köllner einer internen Lösung und brachte so die Saison zu Ende.

Unter Köllner konnten gegen die Teams aus Bielefeld, Karlsruhe, Sandhausen und Aue noch vier Siege erzielt werden.

Letzten Endes war sein Punkteschnitt aber noch schlechter als der von Vorgänger Alois Schwartz. Trotzdem setzt man im Frankenland auch in dieser Saison auf den jungen Trainer, der in seiner bisherigen Laufbahn nie höherklassig gespielt oder trainiert hat.

 

Und dieser hat großes vor, so will er mit attraktivem Offensivfußball die Fans zurück ins Stadion bringen und die Begeisterung für den Club neu entfachen. Damit das klappt, wurde die Sommerpause genutzt um der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben.

10 Spieler verließen die Nordbayern.

Darunter Stammspieler wie Tobias Kempe (Darmstadt) oder Dave Bulthuis (Gabala).

Zudem verkaufte man den von seiner Leihe aus Dresden rückkehrenden Stürmer Stefan Kutschke für 1,5 Millionen Euro an Ingolstadt.

Geld, das der Club sicher gut gebrauchen kann.

Erwähnenswert natürlich noch, dass Club-Ikone Raphael Schäfer nach 15 Jahren bei Nürnberg seine Karriere beendet hat.

Er bleibt dem Verein aber weiterhin erhalten in seiner neuen Funktion als   Torwartkoordinator.

 

Durch den Wegfall ehemaliger Wortführer wie Schäfer oder Bulthuis ergibt sich zwangsläufig auch eine neue Hierarchie unter den Spielern.

Zudem scheint der Club der Mannschaft ein neues Gesicht verpassen zu wollen und eine Verjüngung anzustreben.

Ein Team mit dem sich die Fans wieder identifizieren können soll geschaffen werden.

 

Neuzugänge konnten die Franken natürlich ebenfalls vermelden, deren Qualität schon beachtlich ist und den ein oder anderen Konkurrenten neidisch werden lässt.

Da wäre zum Beispiel Sebastian Kerk, der schon mal als Leihspieler vom SC Freiburg für den Club gespielt hat und Fans sowie Verantwortliche begeistert hatte.

Der Linksaußen hat zwar eine schwache Saison bei hinter sich, in der ihm in 19 Spielen nur ein einziges Tor gelang, allerdings wurde er auch von einer Verletzung zurückgeworfen.

In Nürnberg fühle er sich wohl und heimisch, so kann man erwarten, dass der 23-Jährige wieder zu alter Stärke zurückfindet.

 

Für die Verteidigung holte man sich unter anderem Enrico Valentini (Karlsruhe) und Ewerton (Sporting Lissabon) ins Boot.

Der Rechtsverteidiger Valentini schnürte zuletzt für Absteiger Karlsruhe die Fußballschuhe.

Dem Deutsch-Italiener wurde schon immer ein gewisses Talent nachgesagt, auch wenn er noch nie in seiner Karriere in der Bundesliga gespielt hat. Außerdem ist er in Nürnberg geboren und wurde in der Jugend beim FCN ausgebildet, was ihn vielleicht zu einer Art Identifikationsfigur werden lassen könnte.

Innenverteidiger Ewerton, zuletzt für eine Saison an Kaisersalutern ausgeliehen, wird wohl in der Innenverteidigung gesetzt sein.

Sein “Transfermarkt.de-Marktwert” von 2 Millionen Euro spricht für sich.

 

Ein weiterer guter Transfer wurde mit Sturmtalent Adam Zrelak getätigt.

Der 23-Jährige Slowake kam für rund eine Millionen Euro vom tschechischen Erstligisten FK Jablonec und soll für das ein oder andere Tor sorgen.

Die Chancenverwertung der Nürnberger war in der vergangenen Saison unterdurchschnittlich schwach.

 

Insgesamt hat sich der DFB-Pokalsieger von 2007, die 11 Neuzugänge 2,3 Millionen Euro kosten lassen. Zusammen mit den schon dagewesenen Hanno Behrens, Georg Margeritter, Patrick Erras oder Kevin Möhwald, hat der Club sich ein ziemlich gutes Zweitligateam zusammen gestellt.

Sollte Neuzugang und gelernter Mittelstürmer Adam Zrelak nicht einschlagen, könnte es im Sturm allerdings etwas dünn werden. Außenspieler Rúrik Gíslason sowie Mittelstürmer Mikael Ishak blieben in ihren Einsätzen vergangene Saison mehr als blass.

Cedric Salli und Sebastian Kerk sind keine klassischen Knipser und der junge Cedric Teuchert ist noch in der Entwicklungsphase.

 

Ohne Testspielniederlage kommt Nürnberg aus der Vorbereitung. Ausrufezeichen konnten mit Siegen gegen Inter Mailand und Borussia Mönchengladbach gesetzt werden.

Beide endeten jeweils 2:1 zu Gunsten des Clubs.

 

Der Verein hat seiner Mannschaft ein neues Gesicht gegeben.

Die Vorbereitungsspiele liefen sehr vielversprechend und die Stimmung im Umfeld scheint besonders vorfreudig.

Allerdings fordern weder Fans den Aufstieg noch versprichst ihn ein Offizieller.

Das wäre bei der noch  jungen Mannschaft vermutlich auch der falsche Ansatz.

„Schöner Fußball“ ist die Zielvorgabe und wenn ein Rad ins andere greift ist für die Franken vielleicht ja noch mehr drin.

 

Erwischt Nürnberg einen schlechten Saisonstart könnten die Stimmen gegen den noch unerfahrenen Trainer schnell laut werden.

Auf dem Papier war seine Punkteausbeute in der letzten Saison schwach. Zudem könnten Aussagen wie, er sei gespannt ob sein angestrebter Fußball auch Zweitligatauglich sei, dem ein oder anderen Fan Bauschmerzen verursachen.

Man muss abwarten wie der Trainer die Vorbereitung genutzt hat.

 

Stimmt die Chemie zwischen ihm und dem Team, ist mit diesem Kader vielleicht Großes zu vollbringen.

Ein gesicherter Platz im Mittelfeld, sollte den Franken aber sicher sein.  

 

 

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